Familienessen soll satt machen, schnell gehen, allen schmecken und möglichst auch gesund sein. Das ist ein ziemlich hoher Anspruch, zumal Kinder, Teenager und Erwachsene unterschiedliche Bedürfnisse haben. Die gute Nachricht: Eine nährstoffreiche Ernährung ist weniger kompliziert, als es oft klingt. Dieser Beitrag zeigt, worauf es im Alltag ankommt.
Die Basis: Was der Körper braucht
Jede Mahlzeit besteht aus drei großen Nährstoffgruppen: Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett. Dazu kommen Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Wasser. Einen kompakten Überblick über die drei Hauptnährstoffe gibt der Beitrag Die Nährstoffe: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett von fitness-fitforlife.de. Dort wird auch erklärt, warum Vitamin D mehr ist als nur ein Nahrungsbestandteil: Den größten Teil bildet unsere Haut im Sommer durch Sonnenlicht.
Eine Einschränkung vorweg: Der genannte Beitrag richtet sich an trainierende Erwachsene mit dem Ziel Muskelaufbau. Die dort genannten Prozentwerte und die Eiweiß-Faustregel pro Kilo Körpergewicht sind keine Vorgaben für Kinder oder für Familien im Alltag. Für gemeinsames Essen sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) die bessere Orientierung.
Die wichtigsten Bausteine im Familienalltag
Obst und Gemüse: möglichst bunt
Als Faustregel gelten fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Das empfiehlt auch das Portal gesund.bund.de und rät zu einer bunten Auswahl aus regionalen und saisonalen Sorten. Für Familien hilft eine einfache Merkhilfe: drei Hände Gemüse und zwei Hände Obst, jeweils in der Handgröße der Person, wie es auch kita.de beschreibt. So passt die Menge automatisch zu Kindern und Erwachsenen.
Wenn Kinder Gemüse ablehnen, helfen oft kleine Kniffe: Gemüse roh als Fingerfood servieren, in Suppen pürieren oder fein geraspelt in Soßen mischen. Geduld gehört dazu, denn Geschmack wird mit der Zeit gelernt.
Vollkorn und Hülsenfrüchte als Standard
Vollkornbrot, Haferflocken, Vollkornnudeln und Naturreis liefern Ballaststoffe, B-Vitamine und Mineralstoffe und halten länger satt. Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen sind günstig und liefern pflanzliches Eiweiß. Auch Nüsse und Samen gehören dazu. Die DGE empfiehlt eine kleine Handvoll am Tag (etwa 25 Gramm), wie auf gesund.bund.de zu lesen ist. Für kleine Kinder gilt: Ganze Nüsse sind ein Verschluckungsrisiko. Verwenden Sie sie gemahlen oder als Mus.
Eiweiß aus verschiedenen Quellen
Eiweiß ist Baustoff für Zellen, Muskeln und Hormone. Es steckt in Milchprodukten, Eiern, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchten, Haferflocken und Samen. Milchprodukte liefern zusätzlich Kalzium, Jod und B-Vitamine. Seefisch ist eine wichtige Jodquelle, die DGE empfiehlt ein- bis zweimal pro Woche Fisch (gesund.bund.de). Fleisch liefert Eisen, Selen und Zink, sollte aber laut DGE nur in Maßen auf den Tisch kommen.
Gute Fette statt versteckter Fettmengen
Pflanzliche Öle wie Raps- und Olivenöl, Nüsse, Samen und Fisch liefern wichtige Fettsäuren und helfen dem Körper, fettlösliche Vitamine aufzunehmen. Weniger günstig sind große Mengen an Wurst, Fertigprodukten, Frittiertem und Süßwaren. Der Beitrag auf fitness-fitforlife.de beschreibt die Aufgaben der Fette im Körper. Achten Sie dort bei den Beispielen genau auf die Unterscheidung, denn gesättigte und ungesättigte Fettsäuren werden oft verwechselt.
Getränke: Wasser als Hauptgetränk
Wasser und ungesüßte Tees sind die beste Wahl. Limonaden, Eistee und Säfte liefern viel Zucker und wenig Nutzen. Kinder gewöhnen sich leicht an süße Getränke, deshalb lohnt es sich, Wasser als selbstverständliches Getränk anzubieten.
Kritische Nährstoffe im Blick behalten
Bei einer ausgewogenen Mischkost sind die meisten Nährstoffe gut abgedeckt. Einige verdienen aber besondere Aufmerksamkeit:
Vitamin D. Es wird vor allem durch Sonnenlicht in der Haut gebildet. Gute Nahrungsquellen sind fetter Seefisch, Eier und Pilze. Im Winter ist die Eigenbildung geringer. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Kindern die empfohlenen Mengen von Vitamin D, Folat, Eisen, Jod und Kalzium nicht immer ganz erreicht werden. Das bedeute aber nicht automatisch einen Mangel, da die Empfehlungen großzügig bemessen sind (Verbraucherzentrale: Brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel?).
Jod. Es kommt in Seefisch und Milchprodukten vor. Jodiertes Speisesalz ist eine praktische Ergänzung, sollte aber sparsam verwendet werden.
Eisen. Es steckt in Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Haferflocken und Kürbiskernen. Pflanzliches Eisen wird besser aufgenommen, wenn gleichzeitig Vitamin C dazukommt, etwa durch Paprika, Orangen oder Beerenobst.
Kalzium. Milchprodukte sind die klassische Quelle. Wer pflanzliche Alternativen nutzt, sollte laut kita.de auf zugesetztes Kalzium und Jod achten.
Vegetarisch oder vegan in der Familie
Eine vegetarische Ernährung kann auch für Kinder gut funktionieren, wenn sie bewusst geplant wird. Wer ganz auf tierische Produkte verzichtet, muss besonders auf Vitamin B12, Vitamin D, Jod, Kalzium und Eisen achten. Bei einer rein veganen Ernährung von Kindern sollten Eltern unbedingt kinderärztlichen Rat und gegebenenfalls eine ernährungsfachliche Beratung einholen. Das gilt besonders für Babys und Kleinkinder.
Nahrungsergänzung: meist nicht nötig
Vitamin- und Mineralstoffpräparate für Kinder sind laut Verbraucherzentrale oft zu hoch dosiert oder enthalten Stoffe, die gar nicht benötigt werden. Wer sich abwechslungsreich ernährt, braucht in der Regel keine zusätzlichen Präparate. Ausnahmen gibt es, etwa bei nachgewiesenem Mangel, bestimmten Erkrankungen oder rein pflanzlicher Ernährung. Das sollten Sie aber mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt klären, bevor Sie etwas geben.
So gelingt es im Alltag
- Gemeinsam essen. Am Tisch lernen Kinder durch Vorbild. Wenn Eltern Gemüse essen, ziehen Kinder oft nach.
- Vorrat planen. Ein Wochenplan und ein Grundstock aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Tiefkühlgemüse und Haferflocken erleichtern gesunde Mahlzeiten an stressigen Tagen. Tiefkühlgemüse ist eine gute Alternative zu frischem.
- Snacks bewusst wählen. Obst, Gemüsesticks, Joghurt, Nüsse (für ältere Kinder) oder ein Käse-Roggenbrot sind bessere Zwischenmahlzeiten als Süßigkeiten, wie auch gesund.bund.de vorschlägt.
- Zucker und Salz reduzieren. Fertigprodukte, Frühstückscerealien und Soßen enthalten oft mehr, als man denkt. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.
- Kinder einbinden. Wer beim Einkaufen und Kochen mithilft, probiert eher Neues.
- Nicht verbissen sein. Eine ausgewogene Ernährung entsteht über Tage und Wochen, nicht in einer einzelnen Mahlzeit. Auch Kuchen und Pizza haben ihren Platz.
Fazit
Nährstoffreiche Ernährung für die Familie heißt vor allem: viel Pflanzliches, Vollkorn als Standard, Wasser als Getränk, Eiweiß aus unterschiedlichen Quellen, gute Fette und wenig Zucker. Kritische Nährstoffe wie Vitamin D, Jod, Eisen und Kalzium im Blick zu behalten, reicht meist völlig aus, und Präparate sind selten nötig. Wer die Grundlagen der Nährstoffe noch einmal nachlesen möchte, findet sie im Beitrag Die Nährstoffe: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Für die Ernährung von Kindern bleiben die Empfehlungen der DGE und Ihr Kinderarzt die wichtigsten Ansprechpartner.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung.
Quellen
- fitness-fitforlife.de: Die Nährstoffe, Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett
- gesund.bund.de: Gesunde Ernährung, ausgewogen und abwechslungsreich
- Verbraucherzentrale: Calcium, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel?
- ernaehrung.de: Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE (PDF)
