Kinderlosigkeit in Deutschland – Zahlen, Trends und Hintergründe

Kinderlosigkeit ist ein zentrales demografisches Thema in Deutschland. Sie betrifft nicht nur individuelle Lebensentscheidungen – sie hat auch wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen, etwa für Bevölkerung, Arbeitsmarkt und soziale Sicherungssysteme.

Wie häufig ist Kinderlosigkeit?

  • Im Jahr **2022 lag die Kinderlosenquote in Deutschland bei etwa 20 %. Das bedeutet: eine von fünf Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren hatte zu diesem Zeitpunkt keine leiblichen Kinder. (Statistisches Bundesamt)
  • Diese Rate hat sich in den letzten zehn Jahren weitgehend stabilisiert, nachdem sie zuvor über Jahrzehnte deutlich gestiegen war. (Statistisches Bundesamt)

Regionale Unterschiede

  • Es gibt deutliche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland:
    • In Westdeutschland lag die Kinderlosenquote bei Frauen Ende des reproduktiven Alters bei rund 20 %.
    • In Ostdeutschland (ohne Berlin) war sie mit etwa 14 % deutlich niedriger. (Statistisches Bundesamt)
  • Zwischen den Bundesländern variiert sie sogar noch stärker:

Einfluss von Bildung und Herkunft

  • Der Bildungsstand wirkt sich auf die Kinderlosenquote aus:
    • Frauen mit hohem Bildungsabschluss (z. B. universitär) hatten eine höhere Kinderlosenquote (ca. 23 %) als Frauen mit niedrigem Bildungsniveau (ca. 11 %).
  • Auch der Geburtsort bzw. Migrationsstatus spielt eine Rolle:
    • Frauen, die in Deutschland aufgewachsen sind, sind häufiger kinderlos (ca. 22 %) als Frauen, die erst nach dem 15. Lebensjahr nach Deutschland gekommen sind (ca. 12 %). (Statistisches Bundesamt)

Altersgruppen & Trends

  • Die hier zitierten Quoten beziehen sich auf Frauen im Alter von etwa 45–49 Jahren, da ab diesem Alter die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, statistisch als „ende der fruchtbaren Phase“ gilt. (bpb.de)
  • Bei jüngeren Altersgruppen ist die Kinderlosenquote derzeit noch höher, da viele Frauen ihre Familiengründung bewusst in späteren Lebensphasen verschieben – etwa wegen Ausbildung, Beruf oder Partnersuche.

Was bedeutet das für die Gesellschaft?

Die bundesweite Stabilisierung der Kinderlosenquote auf hohem Niveau ist Teil umfassender demografischer Veränderungen:

  • Die Gesamtfruchtbarkeitsrate in Deutschland sinkt seit Jahren, was bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt weniger Kinder bekommen als zur Bestandserhaltung einer Bevölkerung notwendig wäre. (OECD)
  • Sinkende Geburtenzahlen und hohe Kinderlosigkeit beeinflussen den Altersaufbau der Bevölkerung, Arbeitsmarkt und langfristig auch Sozial- und Rentensysteme.

Fazit

  • Etwa 20 % aller Frauen in Deutschland bleiben bis zum Ende des reproduktiven Alters kinderlos.
  • Diese Quote ist seit rund einem Jahrzehnt relativ stabil, unterscheidet sich jedoch deutlich nach Region, Bildung und Herkunft.
  • Kinderlosigkeit ist ein komplexes Phänomen – beeinflusst von gesellschaftlichen Bedingungen, Lebensentwürfen und strukturellen Rahmenbedingungen. (Statistisches Bundesamt)