Gedanken über das Leben

4 Dinge, die ich 2015 über Veränderung gelernt habe (Jahresrückblick)

Der folgende Beitrag ist eine lose Sammlung von Gedanken zum Jahresende, zu meinem Jahresmotto Veränderung und der Konsumauszeit bzw. ihren Auswirkungen auf mich. Gerade seit dem Ende der Konsumauszeit habe ich mich aktiver mit meinen Zielen für das neue Jahr auseinandergesetzt. Anders als sonst ist dabei kein gut ausgearbeiteter, zielgerichteter Artikel herausgekommen, sondern eher eine Art Gedankensammlung. Für die Inspiration danke ich Sabrina von Kokon aus Luft, Frau DingDong, rage von mamadenkt.de und Erbse von kosmetik-vegan.de!

1. Veränderung bedeutet manchmal mehr als nur kleine Anpassungen vorzunehmen.

Als das Jahr 2014 sich dem Ende neigte, wurde zunehmend klar, dass sich sadfsh und mein Leben in den darauffolgenden Monaten sehr stark verändern würde. Was lag als näher als Veränderung als Motto des Jahres auszurufen. Im Hinterkopf hatte ich dabei – wer mich kennt, wird sich kaum wundern – eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie diese Umgestaltung unserer Alltags vonstatten gehen würde. Und wie es zu einem guten Plan gehört kannte ich natürlich auch das Ziel.

4 Dinge, die ich 2015 über Veränderung gelernt habe (Jahresrückblick) | Apfelmädchen & sadfsh

Aber wenn das Leben immer 100% nach Plan laufen würde, dann hätten wir keine spannenden Geschichten zu erzählen, nicht wahr?! Wir würden immer vollkommen rational unsere gesteckten Erwartungen erfüllen und den Lebensweg in gleichmäßigen Schritten bestreiten ohne jemals Umwege und schöne Rastplätze zu entdecken.

2. Veränderung bedeutet Neues auszuprobieren und sich selbst dabei treu zu bleiben.

Gerade in den letzten Jahren schallt es quasi von jeder Ecke des Internet: „Raus aus der Komfortzone! Veränder dich! Mach was Neues!“ und in gewissem Maße kann ich dem vollkommen zu stimmen. Wenn du mit deinem Leben unzufrieden bist, dann ist es durchaus hilfreich, Neues auszuprobieren. So kannst du herausfinden, was in deinem Leben „falsch“ (sprich: nicht so, wie du es dir wünscht – für andere ist dein Lebensentwurf eventuell wunderbar und das ist auch okay so) läuft.

Auch wir haben dieses Jahr eine Menge zum ersten Mal gemacht. Manches fanden wir super, anderes eher nicht so. Hier eine kleine Liste mit Beispielen, die du zum Teil im Laufe des Jahres auf dem Blog lesen konntest:

  • 100 happy days: Jeden Tag ein Foto von etwas, was dich glücklich macht, schießen. Für mehr Achtsamkeit und Glücksmomente im Alltag.
  • Foodsharing: Lebensmittel, die in der eigenen Küche nicht länger gebraucht werden, kannst du über diese Plattform an Interessierte abgeben. Coole Erfahrung!
  • Street Food Market: Ein ganzer Markt voller Stände, an denen du kleine Portionen von super leckerem Essen kaufen kannst. In Essen gab es sogar einen Haufen vegane Stände.
  • Blogger für Flüchtlinge: Gerade weil sadfsh und ich nicht so viel Geld haben, war es uns wichtig zu zeigen, dass jeder ein paar Euro spenden kann, um so in der Masse eine große Menge Geld zu sammeln. Außerdem finde ich es toll, wie das Netz sich hier politisiert und gemeinsam handelt. Für mich war es übrigens die erste Online-Geldspende. Durch den Umzug konnte ich leider nicht persönlich aktiv werden, was mich sehr geärgert hat.
  • Selbstständigkeit: Das erste Mal Aufträge für andere Menschen ausführen, Rechnungen schreiben und über Monetarisierung nachdenken. Ausprobiert haben wir auch Amazonlinks, um dann festzustellen, dass es den eigenen Prinzipien nicht 100%-ig entspricht. Dank der Vielfältigkeit des Internets sind wir dann zu Buch7 gewechselt.
  • Kritik/negative Stimmung: Rund um die Konsumauszeit. Während des Minimalismustreffens in Frankfurt. Mehr Aufmerksamkeit bedeutet (leider) auch, dass sich Negativität einschleicht. Kritik als solche finde ich übrigens okay, aber wie so üblich bei Sprache schwingt eben durch Wort- und Tonwahl eine zusätzliche Ebene mit.
  • Konsumauszeit: Was als kleine Herausforderung für sadfsh und mich begann, wurde durch euer Engagement zu einem richtigen Mitmachprojekt mit 42 Teilnehmer_innen. Das Feedback hat uns wirklich umgehauen und im nächsten November wollen wir die Konsumauszeit gerne wiederholen. Dann aber mit eigenem Internetanschluss. (Danke Mama für deine Geduld mit uns und für die vielen Stunden an deinem Küchentisch!)
  • #miniplausch: Nach unserem Umzug aufs Land ist es für uns schwieriger geworden, an einem der tollen Stammtische zum Minimalismus teilzunehmen. Aus dieser Situation entstand relativ spontan der Einfall, einen Online-Stammtisch auf Twitter zu gründen. Das erste Treffen vor Weihnachten zum Thema Geschenke war wunderbar und wir laden euch jetzt schon ein, im Februar wieder dabei zu sein. (Genauer Termin kommt ganz bald!)

Du hast es vielleicht schon herausgelesen: Das Jahr der Veränderung war für uns auch ein Jahr der Kraft des Netzes. So viel Unterstützung, Engagement und Austausch wie in den letzten 12 Monaten haben wir zu Beginn von 2015 nicht erwartet.

3. Veränderung bedeutet Dinge anders zu sehen und den Kopf für neue Gedanken zu öffnen.

Auf Twitter und in den Kommentaren wurde ich immer wieder zu meinem Fazit der Konsumauszeit gefragt und habe mich bisher ein wenig aus der Situation gewunden, weil ich selber gar nicht wusste, was ich resümieren wollte. Auf Twitter las sich das ungefähr so:

Erst in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester wurden meine Gedanken immer konkreter. Und als ich mit sadfsh die Jahresplanung für den Blog gemacht habe (klingt sehr strukturiert, ist eher wildes Brainstorming) fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Alle Ideen und Aufgaben drehten sich um eine Sache: vom Denken ins Tun kommen (ohne dabei neues Wissen aus dem Blick zu verlieren).

Durch all die Unterhaltungen rund um die Konsumauszeit hat sich bei mir nämlich vor allem eine Sache verändert. Meine Passion für die Vermittlung von Wissen und das Gestalten von Aktionen ist wieder aufgebrochen. Viele von euch wissen wahrscheinlich, dass ich einige Jahre sehr ambitioniert und mit großer Leidenschaft Lehramt studiert habe, weil mir das Aufbereiten von Wissen und das gemeinsame Entdecken mit Schüler_innen unheimlich viel Spaß gemacht hat. Auch während meiner Schulzeit habe ich immer wieder Gruppen geleitet. Als ich mich jedoch gegen das Studium entschied, habe ich diesen Teil damit aufgegeben.

Du denkst jetzt vielleicht, dass wir mit unseren Challenges doch eine ganze Menge getan und ausprobiert haben. Da möchte ich dir nicht widersprechen, denn tatsächlich hat unser Leben seit Beginn des Blogs stark an Ausprobieren gewonnen. Was ich jedoch unter tun verstehe, ist etwas anderes.

Tun bedeutet für mich Handeln in der Welt. Nicht nur in meinen eigenen vier Wänden. Nicht nur durch mein Konsumverhalten. Sondern durch Aufklärungsarbeit. Durch Aktionen wie die Konsumauszeit, die andere Menschen bewegen, etwas zu tun. Durch Projekte in meinem Wohnort.

4. Veränderung bedeutet die Welt mit zu gestalten.

Weiter oben schrieb ich noch, dass Veränderung eben nicht nach Plan läuft und genau diese Unberechenbarkeit unser Leben zu etwas Besonderem machen kann. (Die Betonung liegt auf kann, denn plötzliche Todesfälle, Zerstörung deines Zuhause, Krieg etc. sind selbstverständlich gar nichts Positives!)

Und jetzt behaupte ich quasi das Gegenteil, indem ich sage: Veränderung bedeutet die Welt aktiv mitzugestalten. Aus diesem Gedanken, aus den vielen Veränderung in unserem Leben 2015 und zuguterletzt aus der Konsumauszeit ist mein Motto für 2016 gewachsen: aktiv werden .

Für mich bedeutet aktiv werden vor allem zwei Sachen, die ich dir gerne kurz vorstellen möchte:

1. Alleine, zusammen mit sadfsh und mit dir möchte ich dieses Jahr aktiv etwas verändern, genau wie ich es weiter oben beschrieben habe. Seit Beginn der Konsumauszeit mache ich mir z.B. Gedanken, ob und wie eine Tauschparty hier auf dem Land funktionieren kann. Ob ich mich politisch engagieren möchte. Wie mein Beitrag für ein besseres Leben von Geflüchteten in Deutschland aussehen kann.

2. Gleichzeitig kann die Betonung aber auch auf werden liegen und spiegelt damit meinen Wunsch nach mehr Selbstbestimmung in meinem Studium wieder. Hierunter fällt für mich nicht nur meine universitäre Ausbildung, sondern auch meine private. Wer auf Twitter aktiv ist, wird z.B. gelesen haben, dass ein persönliches Leseprojekt geplant habe, um mich intensiver mit Feminismus auseinanderzusetzen. Zudem möchte ich mich gezielt mit dem Thema Postwachstumsökonomie beschäftigen, um für meine Argumentation mehr Fakten und Zahlen parat zu haben. Und um praktische Ideen zu entwickeln.

Sadfsh und ich sagen Danke!

Vielleicht habt ihr es ganz oben (anstelle des Artikelbildes) schon entdeckt. Sadfsh und ich haben uns dieses Jahr entschieden, dir ganz persönlich Danke zu sagen. Mit einer Videobotschaft. Solltest du das Video nicht abspielen können, dann kannst du es dir hier direkt auf Youtube ansehen: Wir sagen Danke!

 

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18 Kommentare

  • Reply
    Frau DingDong
    31. Dezember 2015 at 16:19

    Hahaha euer Video ist klasse!!! Toller Jahresrückblick und schöner -ausblick“ Ich wünsch euch jetzt schon mal an dieser Stelle einen guten Rutsch und viel Erfolg mit dem Jahresmotto, das klingt super und ich bin gespannt, was ihr hier teilen werdet.
    Habt nen schönen Abend und kommt gut rein!
    LG
    FDD

    • Reply
      Svenja (Apfelmädchen)
      31. Dezember 2015 at 17:13

      Hallo Frau DingDong,

      vielen Dank für deine netten Worte. Wir wünschen dir natürlich ebenso einen guten Rutsch und freuen uns schon auf deine Beiträge im neuen Jahr!

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  • Reply
    Aurelia1968
    31. Dezember 2015 at 16:35

    Ich wünsche euch beiden auch einen Guten Start ins Neue Jahr :-)
    Das Video ist total süß \O/
    Herzliche Grüße
    Aurelia

  • Reply
    Rage
    31. Dezember 2015 at 17:09

    hö? Inspiration? Wie das? Du warst mir doch behilflich… Danke trotzdem für die Blumen! Auch für das tolle Video! Einen gesegneten Start!

    • Reply
      Svenja (Apfelmädchen)
      31. Dezember 2015 at 17:14

      Hallo rage,

      Inspiration, weil du dein Jahresmotto so wunderbar auf dem Blog besprochen hast, was mir unheimlich beim Finden meiner Gedanken geholfen hat.

      Liebe Grüße & einen guten Rutsch, Svenja

  • Reply
    Sabrina
    31. Dezember 2015 at 19:06

    Ui, schön mal Stimmen und Gesichter zu den Buchstaben zu haben. Ihr habt eine schöne Ausstrahlung. Für die Inspiration kann ich mich nur zurück bedanken, so soll’s doch sein, oder?

    Geht fröhlich ins neue Jahr :)

    PS: Fun Fact: Ich wusste nicht, dass es sadfish heißt. Ich hab immer im Kopf die einzelnen Buchstaben hintereinandergereiht und fand es unaussprechlich.

    • Reply
      Svenja (Apfelmädchen)
      3. Januar 2016 at 19:21

      Hallo Sabrina,

      jaha, der sadfsh. Beim ersten Mal war ich auch verwundert wegen der Schreibweise, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  • Reply
    FashionqueensDiary
    1. Januar 2016 at 10:39

    Toller Beitrag, ich lese solche „Zusammenfassungen“ und Rückblicke total gern und freue mich auf eure neuen Beiträge in diesem Jahr :-)

  • Reply
    Philipp
    1. Januar 2016 at 14:51

    Wow, ihr beiden in Ton und Bild. :) Vielen Dank!

    Ich wünsche euch ein aufschlussreiches Jahr! :)

    Liebe Grüße,
    Philipp

    • Reply
      Svenja (Apfelmädchen)
      3. Januar 2016 at 19:20

      Hallo Philipp,

      ein aufschlussreiches Jahr – das ist ja ein toller Wunsch, den ich gerne erwidern möchte. Wir wünschen dir ein erinnerungswürdiges Jahr (also voller Momente, an die du dich später gerne zurückerinnern magst).

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  • Reply
    Maria
    2. Januar 2016 at 10:08

    Hallo Svenja!

    Wie schön Dich und sadfsh live zu sehen :-)

    Ich bin schon sehr gespannt, was Ihr Euch überlegt habt. Viele Eurer Aktionen habe ich mit großem Interesse verfolgt. Nur dass ich nicht auf Twitter bin – dadurch haben wir vielleicht nicht so viel Kontakt, aber das verweigere ich noch konsequent, sonst wird es mir echt zu viel.

    Wir lesen uns und ich freue mich schon darauf!

    lg
    Maria

    PS: Hättest Du mal Lust einen Gastbeitrag auf meinem Blog zu schreiben?

    • Reply
      Svenja (Apfelmädchen)
      3. Januar 2016 at 19:19

      Hallo Maria,

      deine Entscheidung gegen Twitter kann ich gut verstehen. Ich finde es gut, wenn du da bewusst „ohne mich“ sagst und deine Energie lieber anderswo investierst. Auf einen Gastbeitrag hätte ich total Lust, ich würde mit sadfsh mal ein Thema überlegen und dir dann demnächst eine E-Mail dazu schreiben.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

      • Reply
        Maria
        6. Januar 2016 at 07:48

        Hallo Svenja!

        Oh wie schön, da freue ich mich ganz besonders. Meine Mailadresse ist auf meinem Blog zu finden bei über mich.

        lg
        Maria

  • Reply
    Nanne
    2. Januar 2016 at 18:22

    Das Video ist super!
    Eure Konsumauszeit hat mich inspiriert, ein konsumarmes Jahr einzulegen, d.h. Es gibt nur Notwendigkeiten und alles muss vorher mit meinem Mann besprochen werden. Keine Zeitschriften, keine Bücher (ich hab ja ne Bib vor Ort). Kleidung nur, wenn wirklich notwendig. Ich habe im Dezember damit angefangen, ein Testmonat. Hat mir gut gefallen. Im Januar gibt es Socken und ein, zwei Käufe, die Plastik im Haushalt ersetzen, aber ansonsten bin ich sehr gespannt wie ich die Zeit empfinde und wie viel Geld ich spare. Das ist nämlich eine Teilmotivation.
    Euch ein gutes Jahr 2016!

    • Reply
      Svenja (Apfelmädchen)
      3. Januar 2016 at 19:17

      Hallo Nanne,

      dein konsumarmes Jahr finde ich sehr toll & freue mich, dass wir mit unserem Projekt ein wenig Inspiration verbreiten konnten. Ich würde mich freuen, wenn du mich/uns auf dem Laufenden halten würdest. Jetzt da dein Blog gelöscht ist, magst du vielleicht in 2-3 Monaten mal einen Gastbeitrag dazu schreiben? Ich melde mich einfach um Ostern mal und horche nach, okay?

      Viel Erfolg & liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

      • Reply
        Nanne
        4. Januar 2016 at 16:39

        Hallo, mach das! Lust hab ich dazu bestimmt!

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