Netzhighlights

Unsere Netzhighlights – Woche 9/2016

Ist dir schon mal aufgefallen, wie viel intensiver das Leben auf dem Land an die Jahreszeiten gebunden ist? Seit unserem Umzug aufs Land habe ich (erneut) gelernt, was Dunkelheit eigentlich bedeutet und wie sehr wir uns als Menschen nach Licht sehnen.

Was auf den ersten Blick vielleicht etwas esoterisch klingt, hat zumindest bei mir ganz klaren Einfluss auf meine Stimmung. Wenn es draußen tagelang nur Nebel, grauen Himmel und wenig direktes Sonnenlicht gibt, dann schlägt das wahrhaftig aufs Gemüt. Kommt jedoch, wie gestern und heute, die Sonne heraus, strotzen unsere Körper gleich vor Energie und unsere Motivation macht Purzelbäume. Und auch abends/nachts merke ich, dass wir die Dunkelheit oder den wunderbaren Sternenhimmel, mit dem wir hier großzügig bedacht werden, viel direkter spüren. In einer Stadt wie Essen ist es niemals richtig dunkel. Klar, irgendwann ist Sonnenuntergang. Aber es ist nie so duster, dass du deine Füße auf dem Weg nach Hause nicht mehr sehen kannst. Gleich in der ersten Woche nach dem Umzug habe ich eine Taschenlampe geschenkt bekommen – einen Gegenstand über den ich zuvor noch dachte, dass man ihn höchstens in Notfällen mal braucht. Und nicht um am späten Nachmittag vom Kaffeetrinken den Heimweg zu bestreiten.

In diesem Zusammenhang habe ich mir auch wieder bewusst gemacht, in welchem Maße wir eigentlich durch Straßen- und Werbebeleuchtung in unsere Umwelt eingreifen. Lichtverschmutzung nennen das die Fachleute und als Landmensch verstehe ich so langsam, was damit gemeint ist.

Nun aber zu unseren sechs Fundstücken der Woche. Dieses Mal geht es in den Netzhighlights um Licht, Singlehäuser und das Wort behindert.

sadfsh

1. Es gibt so Songs, die kennt jeder, die liebt auch fast jeder und gestern bin ich doch mal wieder auf ein tolles Cover aufmerksam geworden. Black Betty, der einzige Hit der Gruppe Ram Jam, gefällt mir persönlich in der Rockvariante am besten, aber die großartige französische Elektro Swing Equipe Caravan Palace hat den Song vorgetragen und selbst wenn euch ihr Stil nicht gefällt, lohnt sich das Video allein für den Kontrabassisten, der im Ausschnitt unten rechts zu sehen ist.

2. Nochmal Frankreich. Das Land ist im Vergleich zu unserem so vernünftig, dass Beleuchtungen in Einkaufsläden zwischen 1 Uhr Nachts und 7 Uhr Morgens nicht erlaubt sind. Eine kleine Firma arbeitet derzeit daran Bakterien, welche wir im Normalfall bei glühenden Unterwasserfischen finden, straßentauglich zu machen. Mittlerweile halten die Lampen einige Tage und sollen eine Alternative zur herkömmlichen elektrischen Lichterzeugung sein. Nette Idee, aber liebe Franzosen geht doch als Vorbild voran und zeigt der Welt, dass ein Leben auch funktioniert, wenn die Geschäfte während der Nacht nicht taghell erleuchtet sind.

3. Majid Nawaaz blickt auf die Außenpolitik Obamas zurück und stellt fest, dass er in Bezug auf Syrien weder einen Plan hatte, noch jemals Führungsqualitäten zeigte. Die Türkei und Russland könnten schnell in Kämpfe miteinander verwickelt werden und wir würden dann irgendetwas erleben zwischen dem Zerbrechen der NATO, dem Verteidigungsbündnis der westlichen Welt, oder einem dritten Weltkrieg. Syrien, so Nawaaz, ist für Obama was für Bush der Irak war. Und schließt ironisch, dass dies ja nicht so wild war, denn bei aller Gewalt, die folgen könnte, den Friedensnobelpreis hat er ja bereits sicher.

Apfelmädchen

1. Tiny Häuser sind in Deutschland immer noch eine Seltenheit. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es diese Woche einen Beitrag bei der Mittelbayrischen über ein Singlehaus gab. So nennt der Eigentümer nämlich sein Zuhause. Ziemlich cool!

2. Snapchat ist zwar kein neues Soziales Netzwerk, scheint aber gerade in Sachen Aufmerksamkeit durch die Decke zu gehen. Wie es funktioniert, kannst du bei Kathrin nachlesen: Snapchat Tutorial |Facts & Basics. (Ich habe zwar einen Account, teste aber erstmal 14 Tage, ob und wie mich die Nutzung weiterbringt/beeinflusst. Daher verrate ich meinen Nutzernamen nicht…)

3. Behindert als Schimpfwort – das geht gar nicht. Wieso, weshalb, warum? Das erklärt dir Ninia LaGrande in diesem Video: über das Wort behindert

4. Kosmetik ist auf den Blogs zu Minimalismus und Nachhaltigkeit immer wieder ein Thema. Auch Zeit Online wirft einen Blick auf unseren Umgang mit diesen besonderen Körperpflegeprodukten. Für mich besonders interessant: Fast jede zweite Frau schminkt sich mindestens einmal die Woche.

Wir wünschen dir einen leuchtenden Sonntag,

Apfelmädchen & sadfsh

2 Kommentare zu “Unsere Netzhighlights – Woche 9/2016

  1. Das mit dem Licht klingt für mich gar nicht esoterisch, ich bin ja auch auf dem Land groß geworden und seit ich für mein Studium nach Hamburg gezogen bin, fällt mir jedes Mal, wenn ich meine Eltern im Dorf besuche wieder auf, wie dunkel es dort nachts wird und wie deutlich man die Sterne erkennen kann.
    Ich finde auch immer diese Aufnahmen aus dem Weltraum, wo sie Nachts auf die Erde blicken und du jede große Stadt als riesigen Lichterhaufen erkennen kannst, total beeindruckend.

    Ich musste auch erst in die Stadt ziehen um die Vorteile und schönen Seiten des Lebens auf dem Land zu sehen und mittlerweile kann ich mir auch nicht mehr vorstellen mein ganzes Leben in einer (großen) Stadt zu verbringen. Verrückt, mein pubertierendes 15-jähriges Ich würde mir das nicht glauben. Aber das würde sich eh nur schwer damit tun, wie „spießig“ ich mir mein Leben mittlerweile generell wünsche 😀

    Ich hoffe, ihr fühlt euch wohl in eurer neuen Umgebung und genießt das Landleben!

    (Wie immer ein paar sehr interessante Artikel dabei, ich schmöker immer wahnsinnig gerne durch eure Enpfehlungen durch!)

  2. Noch schnell als Ergänzung zur Mail. Cafe Marianne!
    Kommentar bitte löschen 🙂

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