Netzhighlights

Unsere Netzhighlights – Woche 5/2017

Auf Twitter haben mich einige Leser_innen gefragt, ob wir nicht mehr jede Woche bloggen. Die kurze Antwort: ja. Wir versuchen es zwar (immer wieder), aber einer meiner „Vorsätze“ (wenn man es so nennen möchte) für 2017 ist es, nicht mehr zum lauter werdenden, substanzlosen Grundrauschen im Internet beizutragen. Ich möchte schreiben, wenn ich etwas zu sagen habe und nicht weil mir „So wächst dein Blog schneller“-Seiten sagen, dass es gut ist, jede Woche zu veröffentlichen bzw. einen strengen Veröffentlichungskalender zu befolgen.

Sadfsh und ich haben uns im Dezember einige spannende Themen überlegt, dir wir in den kommenden Wochen bearbeiten und hier präsentieren wollen (Palmöl, saisonales Kochen, einige Rezensionen, eventuell das ein oder andere Video). Nur feste Zusagen, wann was genau kommt, werden wir nicht mehr machen. Wer nichts verpassen mag, schaut einfach in den Sozialen Netzwerken vorbei oder trägt sich für die monatlichen Briefe ein.

Nun aber zu unseren Fundstücken der Woche. Dieses Mal dreht sich alles um Videospiele, Stadtentwicklung und notwendigen Widerstand. Viel Spaß beim Stöbern!

sadfsh (Marc)

1. Ich beginne mal wenig einfallsreich und mache dort weiter, wo ich letzte Woche schon mal war: 1984. Diesmal geht es jedoch nicht direkt um Orwell oder sein Buch, sondern um seinen Französischlehrer. Der schrieb Orwell nach Veröffentlichung seines Buches einen lobenden Brief, argumentierte jedoch, dass seine Zukunftsvorstellung realistischer sei. Wie der Mann heißt, der sich soetwas erlaubt? Aldous Huxley. Und seine Vorstellung hört auf den Namen Brave New World – Schöne neue Welt. (Anmerkung Apfelmädchen: Und es gibt sogar eine weitere direkte Antwort auf 1984 – mit dem spannenden Namen 1985 von Anthony Burgess, der seinerseits auch Clockwork Orange geschrieben hat.)

2. Kennst du jemanden, der_die nur an einem einzigen Videospiel sitzt? Der_die nicht davon loszukommen scheint? Eron Rauch bezeichnet diese Sorte von Gamer_innen als monogamen Spieler_innen und erklärt in seinem Text ganz großartig, warum das Verhältnis dieses einzelnen Menschen zum Spiel von Außenstehenden nicht erfasst werden kann und warum es nicht einfach eine Sucht sein muss, die mit einer Spielmechanik zusammenhängt: How to Break Up With a Videogame

3. Dave Zirin lebt in Washington und besucht seit 1997 die Amtseinführungen des US-Präsidenten. Dieses Mal war keine Ausnahme. Ein toller Bericht, der nicht von oben auf die Masse schaut, sondern mitten im (nicht-)Geschehen spielt:

Raymond from West Virginia shrugged his shoulders and said, “I thought it would be like one of his rallies. Instead, it’s this.” (Raymond then asked if I was Jewish. I said yes and he said “Just checking.” I said, “C’mon Raymond! Even your anti-Semitism sounds demoralized.” He looked down, sadly.)- Dave Zirin: I Was at Trump’s Inauguration. It Was Tiny.

Svenja (Apfelmädchen)

1. Pflanzen sind vielleicht noch cooler als wir bisher immer gedacht haben – zumindest, wenn man diesen Forscher_innen lauscht.

2. Stadtentwicklung ist ein Thema, mit dem ich mich noch nie intensiver beschäftigt habe, obwohl sich bei der Überschneidung mit Psychologie und Umwelt(schutz) interessante Themenfelder auftun. Einen anderen Blick auf die Stadt New York bescherte mir daher diese Woche ein Text aus der taz: Schutzheilige von New York.

3. Zum Nachdenken über das Leben lädt ein längerer Text von ZeitOnline ein, der die Geschichte einer Tochter-Vater-Beziehung erzählt: Jetzt haben sie es ihr also gesagt.

Psst. Diese Woche war schon wieder so viel Interessantes, das kann ich einfach nicht auf drei Fundstücke reduzieren. Nicht sadfsh verraten, okay?!

4. Widerstand ist in der heutigen Zeit wieder zu einer wichtigen Sache geworden, um dafür zu sorgen, dass unsere Welt auch in Zukunft eine l(i)ebenswerte Heimat für alle Menschen (und Tiere, Pflanzen) bleibt. Wie das mit dem Widerstand funktioniert, hat Milena Lebowski für euch kurz aufgeschrieben: Eine kleine Anleitung zum Widerstand.

5. In Frau DingDongs Wochenrückblick las ich von zwei Podcastfolgen, die ich mir während einer Zugfahrt angehört habe und nun gerne zum Abschluss weiterempfehlen möchte. Es geht um Science Fiction, Filmmusik und die Frage, ob sich Dystopien in den letzten Jahrzehnten verändert haben.

Wir wünschen dir einen Sonntag,
Apfelmädchen & sadfsh

Heißt zwar Apfelmädchen, mag aber eigentlich lieber Erdbeeren als Äpfel. Lebt minimalistisch, nachhaltig und vegan. Studiert Psychologie. Liest leidenschaftlich gerne Bücher & Comics. Interessiert sich für die Zukunft (Science Fiction, Dystopien, Postwachstumsökonomie), aktuelle Politik und Feminismus. Organisiert von Zeit zu Zeit Events wie die Konsumauszeit oder die Minimal Kon. Verbringt zu viel Zeit auf Twitter.

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