Netzhighlights

Unsere Netzhighlights – Woche 38/2016

Heute verzichte ich auf den ausführlichen Einleitungstext, weil ich eigentlich gerade Urlaub mache. Das erste Mal seit Jahren habe ich richtig frei – ganz ohne Verpflichtungen und Termine. Dafür mit interessanten Büchern, unterhaltsamen Serien und viel Zeit zum Sinnieren über mein Leben. Was soll ich sagen: ich genieße die Zeit unheimlich und werde mir noch ein paar zusätzliche Tage frei von Stress, Aufgabenlisten und „müsste-hätte-würde“ gönnen.

In den Netzhighlights dreht sich diese Woche übrigens alles um Comics, das Leben ohne feste Wohnung und Entscheidungen. Viel Spaß beim Stöbern!

sadfsh (Marc)

1. Leider muss ich diese Woche mit einem absoluten Negativ-Highlight beginnen. Spannendes Thema, gut designter Beitrag. Aber wenn man dann zu lesen beginnt. Die FAZ berichtet über Magerwahn und das ganze artet in eine Diffamierung von Youtube und Veganismus aus. Schlank und magersüchtig werden gefühlt als Synonyme verstanden, Professoren zitiert, die zwar keine Studien haben, aber eine große Klappe. Hätte ich sowas im Studium oder Job abgegeben, mein Dozent/Boss hätte mir den Vogel gezeigt. So nicht! Hungerwahn

2. Sind Comics ein kleiner Spaß für Jugendliche? Oder Hochkultur? Spiegel Online bespricht ein kleines Buch von Dietmar Dath, in welchem, das zeigt bereits die Vorbesprechung, klare Analysen einer Kunstform dargeboten werden und die inhaltlichen Tiefen der Comickultur sichtbar werden: Leckerbissen im pubertären Denkfutter.

3. Manchmal sehen wir den Tag vor lauter Entscheidungen nicht. Steve Ayan hat über die Bedeutung der Entscheidung für unser Leben ein Buch geschrieb und empfiehlt das Loslassen. Ein Auszug ist auf Zeit Online zu lesen: Lockerlassen

Svenja (Apfelmädchen)

1. Eine kleine Aufgabe für dich: Kannst du kurz eine Melodie aus James Bond pfeifen? Oder wie ist es mit Star Wars? Nicht allzu schwierig? Dann probiers mal mit dem Marvel Cinematic Universe – Thor, Avengers, Iron Man – ich lass dir die freie Wahl. Und? Klappt nicht? Wieso, weshalb, warum zeigt dir dieses Video von Every Frame a Painting: The Marvel Symphonic Universe.

2. Ohne viele Extraworte: 50 Gründe, warum wir über Feminismus sprechen müssen.

3. Ute hat vor einiger Zeit ihre Wohnung gekündigt und ihren Job an den Nagel gehängt. Wie sie seitdem ohne feste Wohnung lebt (und was sich für sie dadurch verändert hat) kannst du auf ihrem Blog Bravebird nachlesen: Leben ohne Wohnung – Wie funktioniert das?

4. Der neue Katalog des bekannten Möbelschweden ist draußen. Eigentlich nichts besonders, immerhin sprechen wir hier über eine (zugebenermaßen dicke) Werbebroschüre. Bei ZeitOnline sieht man das etwas anders und nimmt das Erscheinen zum Anlass, um über das dargestellte Gesellschaftsbild zu schreiben: Lebst du noch oder überlegst du schon? Und wer beim Lesen genau wie ich an der ein oder anderen Stelle mit dem Kopf geschüttelt hat, der klickt danach beim Nuf vorbei: Damals als alles noch besser war.

Wir wünschen dir einen klaren Sonntag,
Apfelmädchen & sadfsh

Heißt zwar Apfelmädchen, mag aber eigentlich lieber Erdbeeren als Äpfel. Lebt minimalistisch, nachhaltig und vegan. Studiert Psychologie. Liest leidenschaftlich gerne Bücher & Comics. Interessiert sich für die Zukunft (Science Fiction, Dystopien, Postwachstumsökonomie), aktuelle Politik und Feminismus. Organisiert von Zeit zu Zeit Events wie die Konsumauszeit oder die Minimal Kon. Verbringt zu viel Zeit auf Twitter.

8 Kommentare zu “Unsere Netzhighlights – Woche 38/2016

  1. Hey ihr beiden,

    für viele der Artikel blieb mir heute keine Zeit zum detaillierten Lesen – zum Glück habt ihr vorgewarnt. 😉

    Was mir dennoch aufgefallen ist:
    – Nörgelvolk Deutschland?
    – Ich habe kaum mehr auf den Rippen als der abgebildete Junge. Ein wenig angegriffen fühle ich mich ja schon. 😀
    – Der Brief war toll! Der sollte unbedingt auf euren Blog!

    Liebe Grüße,
    Philipp

    • Hallo Philipp,

      der Brief von heute kommt die Tage ausnahmsweise auch auf den Blog, weil mir das Thema wichtig ist. Ich sammle gerade noch ein paar Links und Ergänzungen, die den Rahmen des Briefes gesprengt hätten.

      Liebe Grüße, Svenja

  2. Hallo Marc, zu deinem Negativ-Highlight, möchte ich folgendes sagen oder raten. ( BO EY war der Bericht lang auch bis zu dem Punkt Vegane Ernährung war es lang)
    Der Haupt-Augenmerk dieses Berichts lag auf Magersucht und andere Essstörungen. Und die Magersüchtigen wollen diese Krankheit nicht offen zugeben, somit ist deren Argument in der Öffentlichkeit und in der Familie sie wären jetzt VEGANER einfach nur eine gute Ausrede nichts zu essen oder sehr wenig….. Und du hast sicher auch schon bemerkt, dass man nicht so ganz einfach vegan leben kann. Es klingt allerdings auch durch, dass der Professor oder Arzt, der da zitiert wird, vegane Ernährung für eine lästige Modeerscheinung hält. Es wird auch dort geschrieben, dass das Thema Ernährung unsere neue Religion ist ( habe ich schon öfter gelesen). Dem Mann ging es hier um gesunde Ernährung und als Veganer ist dies noch schwieriger hinzubekommen als als Fleischesser. ( das liegt daran, dass wir das Tier Homo Sapiens, ein Raubtier uns Allesfresser sind, wie das Schwein, somit sind wir in fast allen Regionen der Erde überlebensfähig – die Eskimos haben sich auch schon immer sehr einseitig ernährt und waren nicht ungesünder als andere Menschen in anderen Regionen). Ärgere Dich nicht über den Bericht. Veganes Essen schmeckt, und ist wahrscheinlich besser für unsere Erde, aber ist nicht gesünder als eine andere Ernährung. Bis Bald

    • Hallo Mini-T,

      mir ist, entschuldigung, falls dies nicht offensichtlich wurde, absolut klar, worum es in dem Artikel ging oder gehen sollte. Ich habe mich da auch wirklich für interessiert, nur haben diverse Ausführungen, wie die zum Veganismus, mich sämtliches Interesse verlieren lassen.
      Hätten die Autoren_innen dargestellt, dass diverse Menschen sich aktueller Ernährungstrends (in der Gegenwart ist das nunmal Veganismus, demnächst dann high-fat) bedienen, um etwas zu verheimlichen, dann empfinde ich das als wertvolle Information. Werden aber Authoritäten herangezogen, die wild mit Vorwürfen um sich werfen, dann hat es für mich nichts mehr mit Information, sondern mit Diffamierung zutun.

      Gesunde Ernährung ist meiner Meinung nach eben nicht schwieriger hinzubekommen, als Veganer. Als ich von zuhause ausgezogen bin, habe ich 2 Gerichte gegessen. a) Gebratene Nudeln mit Ei und wahlweise Käse/Wurst oder b) Nudeln mit Salat (Eisberg, Radieschen, Mais, Krautsalat). Es hat mir gereicht, ich war glücklich, alles toll.
      Innerhalb eines Experimentmonats „vegan“ habe ich weit mehr als 10 Gerichte kochen gelernt mit unterschiedlichsten Inhaltsstoffen, mit denen mein Körper deutlich mehr anfangen kann. Und hätte ich statt „vegan“, „südamerikanisch“ oder „low-carb“ ausprobiert, wären da wiederum 10 andere Gerichte bei herausgekommen.

      Ausgeglichene Ernährung ist kein Hexenwerk, wenn man sich einmal damit auseinandersetzt. Wenn man das aber nicht tut, ist es meines Erachtens nach egal, ob ich 7 Abende Hühnchen oder 7 Abende Blumenkohl esse.

      Ich würde mich gern nicht über den Bericht ärgern, aber ich tue es aus 2 Gründen.
      1. Als jemand, dessen Schreiben immer mal wieder bewertet wird und wurde, weiß ich, welches Feedback ich für ein solches Werk bekommen hätte. Und die Antwort ist nicht „gute Platzierung bei deutscher Qualitätszeitung“
      2. Als Wissenschaftler, als welcher ich mich irgendwie noch begreife, auch wenn ich nur als Student ein klein bisschen geforscht habt, bin ich maßloß enttäuscht von nicht begründeten Aussagen hochqualifizierter Menschen. Ich kann nicht ausschließen, dass die Antworten stark verzerrt oder verkürzt wiedergegeben wurden, aber eine solche platte Argumentation, hätte mich kaum durchs Studium gebracht.

      So, tschuldigung, meine Wut ist schon wieder mit mir durchgegangen. Ich hoffe, dass hier, wo ich mir etwas mehr Platz nehmen kann, als im Artikel, der seine Übersicht behalten soll, etwas deutlicher wurde, was diesen Gesamtkomplex für mich so bedauerlich machte.

      Liebe Grüße und einen schönen Abend
      Marc (sadfsh)

      • nun, vielleicht hat dieser Mann ja eine Begründung für seine Aussage! Diese Aussage wird in dem Bericht nicht begründet, hier gebe ich dir recht. Aber dieser Mann behandelt Magersüchtige, also Essgestörte, und es liegt nahe , dass er somit in den Bereichen Psychologie und auch Ernährung eine gewisse Bildung hat.
        Manche sind beim Essen inzwischen sehr fanatisch mit religiösen Zügen.
        Die meisten Veganer sind mir persönlich deshalb sehr suspekt ( ähnlich die Vegetarier, Rohkostler, die LowCarb und High Fat Verfechter) und zwar genau dann, wenn sie missionarisch mich bekehren wollen und fest davon überzeugt sind sich nur so gesund und gut zu ernähren.
        P.S.: Genauso finde ich es ziemlich borniert (ist mir passiert) von einem Wildfremden, der im Sportheim am selben Tisch wie ich saß verächtlich zu hören:“ BÄh eine Vegetarierin “ nur weil ich gebratenes Gemüse zur Vorspeise gegessen habe.
        Ähnlich borniert ist es, verächtliche Kommentare zu hören, wenn man unter Vegetariern sagt, dass man auf Fleisch nicht gänzlich verzichten mag.

        Du hattest nach dem Auszug ja wirklich ein sehr „beschränktes Essensspektrum“ und ich freue mich für dich, dass du am selber Kochen Spaß gefunden hast. Würdest du auch in fremden Ländern vegan bleiben? Ich selbst bin beim Essen sehr experimentierfreudig – ich versuche in fremden Ländern alles was dort als Delikatesse gilt mal zu probieren. Egal ob Säugetier, Insekt, gammlig oder roh……
        So… ich gehe jetzt Sushi-Essen 🙂
        Liebe Grüße
        Mini-T

      • Ja genau, vielleicht hat er eine Begründung. In dem Fall komme ich zwangsweise zu meinem ersten Punkt zurück und muss konstatieren, dass der Artikel im Bereich der Veganismus-Argumentation ungenügend und unvollständig ist. Was nicht zwingend gleichzusetzen ist mit falsch.
        Allerdings glaube ich ohne Beweise nun mal auch nicht, dass jemand Recht hat, nur weil er in einem Fachgebiet zuhause ist. Schauen wir doch mal mit meinem vereinfachten Verständnis auf das Geld. Wir wollen langfristig die Belastung für die Menschen verringern.
        a) Wir senken die Steuern direkt.
        b) Wir investieren in das Land, vergeben die Aufträge an Firmen in der Hoffnung, dass diese es den Arbeitern mit höheren Löhnen danken.
        c) Wir bauen Schulden ab, um langfristig weniger Geld zu benötigen und dann die Steuern senken zu können.
        d) Wir investieren massiv in die Eindämmung des Klimawandels, da dessen Kosten exponentiell steigern, je schlimmer es wird und sorgen damit dafür, dass die Aussichten auf eine geringere Steuerlast in 10-20 Jahren ganz gut sind.
        e) Wir subventionieren den Kauf unterschiedlicher Produkte mit einer Prämie.
        undsoweiter.
        Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir für jeden Punkt einen Experten auftreiben können, der diese Forderung unterstützt. Haben die jetzt alle recht? Wohl kaum, denn manches wird effektiver sein, als anderes. Manches wird populärer sein als anderes und dadurch trotz des schlechteren Instrumentes bessere Ergebnisse erzielen. Es wurde alles schonmal ausprobiert, trotzdem herrscht keine Einigkeit. Weil viele Menschen soviel Zeit in ihr Fach investieren, dass sie nach Jahrzehnten nicht bereit sind einzugestehen, dass ihr Gedanke nicht der beste war.

        Fanatische Esser finde ich immer wieder interessant, auch wenn mir noch nie welche untergekommen sind. Eines Tages werde ich sicherlich mal einen kennenlernen, aber Missionare sind mir echt noch nie untergekommen.

        Ich würde auch anderswo vegan bleiben, natürlich. Das ist eine Entscheidung von mir für mich.
        (Bevor jemand Extremsituationen heraufbeschwört, möchte ich im Vorfeld eingestehen: Ja, in einer Extremsituation in der ich zwischen Fleisch oder Tod entscheiden müsste, wäre mein natürlicher Überlebensdrang so groß, dass ich nicht argumentieren würde: Ich bin ja aber Veganer. Und nein, wenn eine Oma, die Veganismus nicht versteht, sich aber Mühe gibt mit einem vegetarischen Gericht, in dem etwas Sahne ist, werd ich auch nicht sagen: NÄÄÄ).

        Ich hoffe dein Essen hat geschmeckt. Sind Algenblätter eigentlich immer so zäh? Als wir die vor 3 Jahren mal ausprobiert haben, konnte ich weder mit Zähnen, noch mit Messern irgendwie eine Trennung der Algenmoleküle voneinander erreichen.

        Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche
        Marc (sadfsh)

      • Ich gehe jetzt mal nicht weiter auf den Finanzmetapher ein… aber Ja auch bei der Ernährung und deren Experten ändern sich die Meinungen dann auch mal alle Jahre um 180 Grad…. Dieses blöde Extrembeispiel „Tod oder Fleisch“ wollte ich wirklich nicht bemühen. Schön finde ich es, dass du das Oma-Gericht mit Sahne essen würdest, denn da zählt ja wirklich das Bemühen. Es wundert mich , dass du noch keine „Missionierer“ getroffen hast… allerdings verstehe ich das auch schon so: Ein neuer Veganer ( Rohkostler, Trennkost……) erzählt mir, dass er nun seit drei Monaten so lebt und welch Wunder die unreine Haut ist weg, die 2 Kilo zuviel sind auch weg, die Allergie….. und man fühlt sich s viel besser da man für die Umwelt, Tierschutz was tut….
        Das ist vielleicht noch nicht missionieren, aber ein fotogeshoptes Bild einer 40 jährigen Heidi Klum mit perfekten Body, sagt mir ja auch nur unbewusst wie scheiße ich aussehe, oder?
        Gib dem japanischem Essen noch mal eine Chance, ich vermute diese Algen waren schon etwas trocken, dann kann man damit auch ein Auto flicken :-).
        Hab auch einige Anläufe gebraucht, bis es mich überzeugt hat.
        Bis Bald

  3. Und jetzt Hallo Svenja, ja Feminismus!!!!! Ich habe fast geheult bei dem Video „Like a Girl“ Bitter, dass das immer noch so ist! Und ich habe auch lange gedacht ich bin absolut gleichberechtigt für mich ist das nichts, man will ja auch nicht als Emanze oder Alice Schwarzer gelten…. ( tut mir leid für Alice S, aber das ist ein Synonym geworden, leider).
    Es ist oft nur unterschwellig und in dem Moment wo man sich dagegen wehrt gilt man als humorlos….
    In einem beruflichen Streitgespräch, bin ich mal als zickig bezeichnet worden, nur weil meine Argumente schlüssig waren. Das hat mich völlig aus dem Konzept gebracht. Ich habe meinen Gesprächspartner aufgefordert, dies zurück zu nehmen – ohne Erfolg…..vielleicht auch mit Erfolg, aber ich rege mich heute noch darüber auf….
    Ich habe dieses Jahr das erste Mal eine Emma gelesen 🙂
    Gruß Mini-T

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