Netzhighlights

Unsere Netzhighlights – Woche 33/2016

Um diese Zeit in einer Woche sitzen wir schon im Unperfekthaus und feiern Minimal Kon. Freust du dich schon genauso sehr wie wir darauf? Gleich werden wir uns aber erstmal auf eine Namensschilderbastelreise begeben, damit die Gesprächseinstiege am kommenden Sonntag leichter fallen. Wir hoffen deinen Geschmack zu treffen mit unserer Farbwahl. (Ich bemühe mich natürlich möglichst viel Gelb unterzubringen!)

Währenddessen könntest du dir die Zeit zum Beispiel mit unseren Netzhighlights vertreiben. Diese Woche geht es unter anderem um körperliche Beeinträchtigungen, den weiblichen Körper und Angststörungen.

sadfsh

1. Haben körperlich beeinträchtigte Menschen eigentlich eine gemeinsame Identität? Unter dem Begriff Behinderte werden ja gleichermaßen körperlich wie geistig betroffene Menschen subsummiert. Fühlen diese sich einander zugehörig? Die New York Times startet eine neue Serie mit dem Titel Becoming Disabled und im ersten Beitrag dazu schreibt Rosemarie Garland-Thomson über eben diese Identität: Becoming Disabled. Roughly one in five Americans lives with a disability. So where is our pride movement?

2. Ilija Trojanow, sicherlich hast du schon davon gehört, hat sich 2012 vorgenommen alle olympischen Sportarten zu erlernen. Sein Buch dazu ist mittlerweile erschienen und nun hat die ZEIT ein Interview mit ihm geführt. Ein tolles Interview, da es die Augen dafür öffnet, wie blind wir eigentlich durch unsere Welt gehen, weil wir uns der Einfachheit halber schnell Urteile bilden: Sport ist keine rein körperliche Sache

3. Wer mal an der Uni war, der weiß, dass die Lehrkräfte dort nicht alle ein gesichertes Umfeld haben. In Passau nahm ich einst an einem Kurs teil, für den die Dozentin eigens aus Frankfurt anreiste. Sie nahm, was sie kriegen konnte. Sollte ein nicht angestellter Dozent es ablehnen dennoch zu unterrichten, werden ihm seine Titel aberkannt. In unserem Bildungssystem braucht man sich wirklich über nichts mehr zu wundern: Privatdozenten. Eine Frage der Lehre

Svenja (Apfelmädchen)

Anmerkung: Ähm. Fünf ist das neue drei, nicht wahr? Irgendwie müssen wir ja den Ausfall der letzten Woche ausgleichen….

1. Wir alle kennen wahrscheinlich Lampenfieber, sind nervös vor wichtigen Terminen oder haben unser Herz schon einmal besonders kräftig schlagen gehört. Wenn diese Angst jedoch permanent auszubrechen droht, dann ist die Belastung für Betroffene immens. Für die taz hat Franziska Seyboldt einen sehr lesenswerten Beitrag über (ihre) Angststörung geschrieben: Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle.

2. Nunu hat auf ihrem Blog unter dem Titel „Warum es wichtig ist, dass wir uns schön fühlen“ über Kleidung, Schönheit und body positivity nachgedacht:

„Mode und Kleidung war und ist mir sicherlich auch deshalb so wichtig: Ich will betonen, verstecken, kaschieren, hervorheben, je nach Laune. Ich will auffallen in leuchtenden Farben, ich will verschwinden in Schwarz, ich will cool wirken in Grau, ich will leuchten in Weiß. Kleidung gibt Identifikation, gibt Sicherheit, schützt mich manchmal vor mir selbst.“

3. Passend dazu: diese Replik von Lu zieht an auf einen Beitrag in der Brigitte Woman von Ildikó von Kürthy: Ein offener Brief….

4. Weißt du, dass eine Frau den Schwangerschaftstest für zuhause erfunden hat? Ich wusste es nicht und habe mich daher über die Geschichte von Margret Crane beim Guardian gefreut: Could woman be trusted with their own pregnency tests?

5. Und dann ist da noch dieses Dorf in Alaska, das als Folge des Klimawandels komplett umgesiedelt werden muss.

Wir wünschen dir einen vorfreudigen Sonntag,
Apfelmädchen & sadfsh

5 Kommentare zu “Unsere Netzhighlights – Woche 33/2016

  1. Was sich das Brigitte Magazin da geleistet hat ist ja ein starkes Stück! Da fehlen einem die Worte. Der Brief von Lu ist genau die richtige Antwort auf sowas.
    Danke fürs teilen

  2. Hey ihr beiden,

    als ich die Reaktionen auf Fröhlichs Klage gelesen habe, blieb mir echt die Spucke weg! Dass Gelder nicht an den richtigen Stellen ankommen, ist meines Erachtens ein globales Problem. Unsere Dozenten werden zwar bezahlt, bekommen aber teilweise gerade mal ihre Fahrtkosten wieder rein. Aus technischen Fachbereichen hört man seltsamer Weise keine Klagen. Indiziert das womöglich, wo die Dringlichkeiten vom Staat aus liegen? In jedem Fall hilft da nur eins: Öffentlich darüber reden und diskutieren!

    Liebe Grüße,
    Philipp

  3. Zu Sadfshs 1: Passt nicht ganz zum Thema, aber ich finde die Definition „Behinderung“ sehr interessant. Wir, davon ausgehend gesund zu sein, definieren eine andere Personengruppe als „behindert“/“beeinträchtigt“. Aber ist wirklich bspw. ein blinder Mensch mir gegenüber im Nachteil? Bin ich nicht eher der Beeinträchtigte, der die Augen vor den Grausamkeiten dieser Welt nicht verschließen kann?
    Zu Sadfshs 2: Das Buch hat uns kürzlich mein Pa in die Hand gedrückt. Er hats gelesen und empfohlen, daher kann ich es (ungelesen) ebenfalls schon mal weiterempfehlen. 😉
    Zu Apfelmädchens 1: Mein Thema. Ich sollte doch mal ein Buch drüber schreiben…
    Zu Apfelmädchens 5: „Den Klimawandel gibt es nicht!“ (Krass, dass es Leute gibt, die das nach wie vor behaupten…)

    Viel Spaß auf der MINIMAL KON! 🙂

    • Nabend Manuel,

      bei der Formulierung des ersten Punktes habe ich auch etwas mit mir gehadert, weil es soviele Facetten gibt, die vermutlich nicht korrekt erfasst werden, wenn man die übliche eher negative Definition nimmt. Aber das war dann doch wirklich ein ganz anderes Thema, mit dem ich mich noch nicht ansatzweise ausreichend auseinandergesetzt habe. Deinen Gedankenanstoß finde ich aber sehr interessant, um mal eine andere Perspektive zu gewinnen. Danke!
      Zum zweiten Punkt: Von dem Buch hatte ich auch mehrfach gehört, aber so richtig präsent war es mir noch nicht. Da mir die Art im Interview aber sehr gefällt, spiele ich auch mit dem Gedanken es zeitnah zu lesen. Allerdings bin ich derzeit auch wieder recht lesefaul, das geb ich gerne zu : )

      Danke!

  4. Pingback: Zuckersüß 215 | Zuckerbäckerei

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