Netzhighlights

Unsere Netzhighlights – Woche 15/2016

Diese Woche hatten sadfsh und ich das große Vergnügen, Sunray vom Blog The Organized Cardigan kennenzulernen. Mit Bus, Bahn und Straßenbahn haben wir die Anfahrt mehr schlecht als recht bewältigt, aber die Mühe hat sich in jedem Fall gelohnt.

Überhaupt sind die wunderbaren Kontakte, die wir in den drei Jahren als Apfelmädchen & sadfsh machen durften, für mich eine der interessantesten Erfahrungen rund um das Bloggen. Klar, wir schreiben regelmäßig was in dieses Internet, verschicken Ausgaben unseres Newsletters und ein Blick auf unsere Statistiken zeigt auch, dass unsere Beiträge gelesen werden. Dennoch sind diese Zahlen für mich sehr abstrakt. Ganz gleich, ob 10, 100 oder 1000 Leser_innen einen Text anklicken, es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass da reale Menschen – Hallo, du! – am anderen Ende sitzen, die sich für unsere Erfahrungen interessieren.

Aus diesem Grund stoße ich jedes Mal einen kleinen (naja…großen) Freundenschrei aus, wenn wir eine E-Mail erhalten oder wir andere Blogger_innen außerhalb des Netzes treffen. Dann kommen Gesichter & Geschichten zu anonymen Namen und Zahlen.

An dieser Stelle also nochmal Danke, liebe Sunray, dass du ein wenig deiner Zeit mit uns geteilt hast. Und Danke an dich, liebe_r Leser_in, weil du mich in unregelmäßigen Abständen Freundentänze am Schreibtisch vollführen lässt, wenn du dich zu erkennen gibst und deine Geschichte und Gedanken mit uns teilst.

Nun aber zu den Netzhighlights der Woche. In den aktuellen Fundstücken dreht sich alles um unsere biologischen Vorfahren, gute Menschen und die Frage, was eigentlich normal ist.

sadfsh

1. Wieviel wird es Europa wohl kosten Atomkrafwerke rückzubauen und die in den Anlagen entstandenen nuklearen Abfälle zu entsorgen? Falls deine Antwort 235 Milliarden Euro war, lagst du vollkommen richtig. Geplant hatte man ursprünglich mit Kosten im Bereich von 115 Milliarden Euro. Knapp verrechnet, aber wer hätte schon damit rechnen können, wird doch erst seit 40 Jahren vor etwaigen Langzeitproblemen gewarnt. Der Guardian über den status quo im Sektor.

2. Irgendwann vor dem modernen Menschen gab es mal den Neandertaler und für eine Weile haben beide gleichzeitig existiert. Da wir heute noch mehr als 2% der DNA des Neandertalers in uns tragen, wissen wir auch, dass es Beziehungen zwischen beiden Arten gab. Jetzt ist Forscher_innen aufgefallen, dass die Neandertaler-DNA in uns Menschen ausschließlich weiblicher Natur ist. Wir alle sind also Nachfahren von Neandertalerinnen, Nachfahren von Neandertalern existieren hingegen auf der gesamten Welt nicht. Warum das so sein könnte, erklärt Frank Patalong im Spiegel.

3. Die Panama Papers haben diese Woche für viel Aufregung gesorgt. Am öffentlichkeitswirksamsten waren bisher die Namen des isländischen Premierministers, der sein Amt als Resultat zur Zeit ruhen lässt und die Feststellung, dass auch Lionel Messi darin vorkommt. Was ich bisher viel spannender fand, ist Günther Hacks Bericht über den Verlauf der Recherchen und die vielen Unwegsamkeiten, denen man begegnet, wenn man versucht eine riesige Datenmenge mit unterschiedlichsten Teams zu durchforsten. Der Sinn ergibt sich meist nicht aus der einzelnen ausgewerteten Datenbank, sondern aus Querverweisen und externen Recherchen, die notwendig sind, um die Daten zu verifizieren. Mein Lesemuss der Woche.

Svenja (Apfelmädchen)

1. Eilmeldungen als Push-Nachrichten sind so etwas wie eine Epidemie. Sie sind langsam aufgekommen und haben sich dann mit zunehmender Geschwindigkeit in unserem Alltag festgesetzt. Ich persönlich nutze auf dem Smartphone weder Nachrichten-Apps noch Benachrichtigungen, weil mich das ständige Brrrr oder Bling oder TüdelTüdel nur nervt. Robert Krüger hat sich das Thema in einem interessanten Selbstversuch angeschaut: Wie uns Medien mit Pushnachrichten terrorisieren

2. Wenn wir alle ein wenig mehr wie Frau K. wären, dann wäre unsere Welt ganz sicher ein besserer Ort. Vielen Dank an Zoë Beck für ihren wunderbaren Text: Eine Liebeserklärung.

3. Normalität oder besser „normal sein“ bestimmen unseren Alltag.  Was denken die Nachbar_innen, wenn ich jetzt nicht den Rasen mähe oder den Müll morgens schnell noch an die Straße stelle. Wie sollte ich mich verhalten, um nicht aufzufallen, um als normal durchzugehen? Doch woher kommt diese Vorstellung von normal eigentlich? The Atlantic ist der Frage auf den Grund gegangen und präsentiert die Antwort in einem langen, aber lesenswerten Beitrag: How the idea of a „normal“ person got invented.

Wir wünschen dir einen keksigen Sonntag,
Apfelmädchen & sadfsh

Heißt zwar Apfelmädchen, mag aber eigentlich lieber Erdbeeren als Äpfel. Lebt minimalistisch, nachhaltig und vegan. Studiert Psychologie. Liest leidenschaftlich gerne Bücher & Comics. Interessiert sich für die Zukunft (Science Fiction, Dystopien, Postwachstumsökonomie), aktuelle Politik und Feminismus. Organisiert von Zeit zu Zeit Events wie die Konsumauszeit oder die Minimal Kon. Verbringt zu viel Zeit auf Twitter.

6 Kommentare zu “Unsere Netzhighlights – Woche 15/2016

  1. Christina

    Tolle Sammlung mal wieder, danke!
    besonders spannend fand ich den Artikel über den durchschnittlichen Menschen. Gleichzeitig nützlich und für die einzelne Person verunsichernd…gutes Diskussionsthema !

    • Hallo Christina,

      dieser „Durchschnittsmensch“ ist wirklich interessant, gerade auch weil uns gar nicht bewusst ist, woher die Idee stammt und welche Auswirkungen so ein „Ideal“ auf unseren Alltag (und unser Denken) haben kann.

      Liebe Grüße, Svenja

  2. Hallo Svenja!

    Die Geschichte von Frau K. hat mich auch sehr berührt. Wie schön, dass ich das bei Dir entdecken durfte! Ich mag Eure Netzhighlights!

    lg
    Maria

    • Hallo Maria,

      vielen Danke für deine netten Worte. Es ist immer toll, wenn man die Freude, einen besonderen Text gefunden/gelesen zu haben, mit anderen teilen kann.

      Liebe Grüße, Svenja

  3. Hallo ihr beiden! 😀 Ach ihr Lieben, mir hat es genauso gut gefallen und ich freue mich schon auf’s nächste Mal!! 🙂 <3 Fühlt euch dolle gedrückt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.