Bücher & Filme

Buch und Bücher. Der Lesemonat Januar 2015.

Frau DingDong tut es schon seit Jahren. Christoph hat sich entschlossen, es weiterhin zu tun, und auch wir sind ab sofort mit dabei. Keine Ahnung, wovon ich rede? Natürlich von einem monatlichen Bücherrückblick!

Sicherlich erinnerst du dich noch an unsere Lesechallenges für das Jahr 2015, oder? Svenja möchte gern 52 Bücher lesen und dabei immer wieder auf die Vielfältigkeit der Autoren und Protagonisten achten. Ich versuche mich an 24 Büchern, von denen die Hälfte Klassiker der Weltliteratur sein sollen.

Bevor wir zu unseren ersten Fazits kommen, möchte ich noch ein Buch ansprechen, welches außer Konkurrenz läuft. Aktuell lese ich Svenja Neil Gaiman, Terry Pratchett: Ein gutes Omen vor. Vor dem Schlafengehen sorgt das regelmäßig dafür, dass wir uns vor Lachen krümmen und/oder über die Apokalypse nachdenken. Mein bisheriges Highlight war die Feststellung eines betrunkenen Gesprächsteilnehmers (Das war doch ein Erzengel, nicht wahr?), dass es im Meer unter Wasser unheimlich viele Gehirne gäbe. Eigentlich sei da alles nur so voll mit Gehirnen. Respekt vor Fischen gefällt mir natürlich.

Was hast du gelesen, sadfsh?

Aischylos – Der gefesselte Prometheus

Aischylos stand ganz weit oben in meiner Leseliste, denn in meinem Studium ist der entfesselte Prometheus (Hans Jonas hat diese Wendung geprägt, um darauf hinzuweisen, dass jede neue Erfindung, so sie unreflektiert verwendet wird, nur weil wir es können, eine Gefahr für die menschliche Existenz darstellen kann.) mein ständiger Begleiter. Natürlich war mir die Sage grob bekannt, aber warum es nicht noch ein bisschen genauer erfahren?

Prometheus wird nach seiner Sünde, er gab den Menschen das Feuer des Götterschmiedes Hephaistos, zu ewigen Qualen, gekettet an einer Klippe verurteilt. In der Tragödie wird die Geschichte seiner Rechtfertigung für diese Tatsache erzählt. Meine Fassung ist von Johann Gustav Droysen, einem der bedeutensten Geschichtswissenschaftler aller Zeiten, übersetzt und wunderbar zu lesen. Wer sich für griechische Geschichte interessiert, aber nicht sicher ist, ob er mit der Versform griechischer Tragödien zurechtkommt, könnte hier einen guten Eindruck bekommen.

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Albert Camus – Der Fremde

Camus kannte ich insbesondere dadurch, dass er in Svenjas romanischen Studieninhalten immer wieder eine Rolle spielte. Gemeinsam mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir bildet Camus die Speerspitze des französischen Existenzialismus. Die Autoren gehen davon aus, dass das Leben als solches keinen Sinn habe, sondern jede Sinngebung in der individuellen Lebensgestaltung eines Menschen zu suchen wäre. Camus geht es dabei speziell um die Frage, und diese wird auch in Der Fremde verfolgt, warum der Mensch nicht zum Selbstmord neigt, wenn er damit doch der sinnlosen Existenz entfliehen könnte.

Als philosophisches Buch gelesen, ist Camus Werk wirklich spannend. Die ersten 80% des Buches lesen sich allerdings wie ein Kriminalroman und wenn man versehentlich beginnt Der Fremde als solchen zu lesen, wird man eventuell von den kriminologischen Höhepunkten enttäuscht sein.

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Sam Harris – Brief an ein christliches Land

Dawkins, Dennett, Harris, Hitchens – the four horseman (die 4 Reiter der Apokalypse). Nachdem ich bereits mehrere, nicht nur atheistische Bücher Christopher Hitchens gelesen habe, konnte ich diesen Monat endlich einen weiteren Vertreter des Neuen Atheismus auf die Liste gelesener Bücher setzen.

Der Brief an ein christliches Land ist tatsächlich als Brief zu verstehen. Er umfasst die gängigsten Kritikpunkte des fundamentalistischen Christentums, welches Harris mehrfach deutlich vom moderaten Christentum abgrenzt, am Atheismus und zu jedem dieser Punkte gibt er seine Antworten. Der Brief ist Antwort an Kritiker und Rüstzeug für Gleichgesinnte. Für jemanden, der mit der Materie einigermaßen vertraut ist, bietet der Brief keine weltbewegenden Erkenntnisse, aber als Übersichtswerk der Beschreibung mentaler Unterschiede zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen kann ich dem kleinen Band einiges abgewinnen.

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Und das steht im Februar auf sadfshs Liste:

Ich befinde mich in der seltsamen Situation aktuell mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Normalerweise lese ich immer ein Buch für die Uni und eines in der Freizeit. Soweit es möglich ist, beende ich ein Buch, bevor ich ein neues beginne. Aktuell liegen jedoch drei Werke in der Wohnung verstreut, die ich alle begonnen habe zu lesen. Geschichte und Gefühl von Jan Plamper wäre fast Inhalt meines Studiums geworden, aber nachdem ich mich dagegen entschieden habe,  liegt es jetzt auf dem Stapel der Freizeitbücher. Homers Odyssee habe ich ebenfalls begonnen und in der mir aktuell vorliegenden Übersetzung von Kurt Steinmann liest sie sich traumhaft. Das dritte Buch will ich seit langem lesen: The moral landscape von Sam Harris. Eine Arbeit, die darstellt, warum sich moralische Grundsätze auch aus der Wissenschaft heraus erklären lassen und warum Religion nicht der einzige Grund dafür ist, dass die Menschheit Moral kennt.

Was hast du gelesen, Apfelmädchen?

Nach der wirklich schönen und anspruchsvollen Aufzählung von sadfsh wenden wir uns nun meiner eher von der modernen Belletristik geprägten Liste zu. Anders als geplant habe ich „nur“ 2 Bücher und 1 Comic-Sammelband gelesen. Auch ein Buch für mein Vielfältiger Lesen – Projekt ist nicht dabei, denn zur Zeit arbeite ich mich durch Liebe von Toni Morrisson – nächsten Monat mehr dazu.

Neil Gaiman – Der Ozean am Ende der Straße

Über Karo Kafka bin ich auf ursprünglich auf Amanda Palmer aufmerksam geworden und Wikipedia hat mir bei einer sehr schnellen Rechere verraten, dass sie mit Neil Gaiman verheiratet ist und gelegentlich mit ihm gemeinsam auftritt. Zum Einstieg in seine Werke habe ich mir mit sadfsh vor einiger Zeit den tollen (Kinder-)Film Coraline angesehen, der auf einer Buchvorlage von Gaiman basiert und mein Interesse nur noch verstärkt hat. Also schwups bei der Onleihe geschaut, ob eines seiner Bücher dort auszuleihen ist und ab auf die Warteliste.

Die Geschichte der Protagonisten, der für eine Beerdigung wieder in seine Heimatstadt zurückkehrt und dort quasi in Erinnerung schwelgend mit dem Leser noch einmal die wundersam-phantastisch-gruseligen Erlebnisse seiner Kindheit durchlebt, hatte mich schon nach den ersten Seiten vollkommen in ihren Bann gezogen. Besonders fasziniert hat mich Gaimans Art mit nur wenigen, aber starken Wörtern eine ganze Welt vor meinem inneren Auge zu erschaffen, die sich gleichermaßen real wie auch vollkommen außerhalb der Wirklichkeit anfühlte. Mein Fazit: Ein tolles Märchen für Erwachsene.

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Brian K Vaughn und Fiona Staples – Saga, Volume 3

Magst du Comics? Früher hätte ich diese Frage immer entschieden verneint, aber seit ungefähr einem Jahr entdecke ich die Welt der Comics vollkommen neu. Einen großen Anteil daran tragen die neuen Reihen mit weiblichen Figuren, die ausgearbeitete Charaktere jenseits der gängigen Superhelden-Klischees haben.

Statt um Superhelden mit flatternden Capes auf der Suche nach dem nächsten Bösewicht, präsentiert uns Saga als Hintergrund für die Handlung eine Welt, in der zwei verfeindete Mächte einen erbitterten Krieg führen. Zusammen mit ihrer neugeborenen Tochter befinden sich Alana und Marko, die beiden aus verfeindeten Ländern stammenden Protagonisten, auch in Band Drei noch auf der Flucht. Inzwischen haben sie jedoch Gesellschaft von Markos Mutter und einem Geist erhalten, der als Babysitter agiert. Und ihre Verfolger sind ihnen ganz dicht auf der Spur…

Mein Fazit: Saga ist spitze. Romeo und Julia in einer interessanten Welt mit Nebenfiguren, die einem über die Zeit mit ihren speziellen Problemen ans Herz wachsen. Unbedingt lesen, aber mit Band 1 anfangen!

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Ned Vizzini – Eine echt verrückte Story

Dieses Buch steht schon seit seinem Erscheinen auf meiner Leseliste und neulich war es endlich in der Bücherei ausleihbar. Kleiner Funfact am Rande: Das Buch steht bei den Kinderbüchern für bis 14-Jährige, was ich für eine durchaus interessante Einstufung halte.

Craig ist 15 Jahre alt und seit seiner Aufnahme an der renomierten Executive Pre-Professional High School ist sein Leben nicht mehr so, wie es vorher war. Nach diversen Sitzungen bei verschiedenen Psychologen und einem kurzen Intermezzo mit Medikamenten, die er jedoch eigenmächtig wieder absetzt, erkennt Craig, dass nur Selbstmord eine Befreiung aus den Fängen der Tentakel darstellt und weist sich daraufhin freiwillig in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses ein, wo er die nächsten fünf Tage verbringt.

Was sich auf den ersten Blick nach einer eher dramatischen Geschichte anhört, entpuppt sich beim Lesen als ein tolles (Jugend)Buch über Burnout, gesellschaftlichen Druck und die Frage, was uns eigentlich glücklich macht. Sogar ein Zitat zu Minimalismus und Freiheit habe ich gefunden 🙂

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Und das steht im Februar auf Apfelmädchens Liste:

Natürlich das oben schon erwähnte Buch von Toni Morrisson. Außerdem habe ich aus der Bücherei noch Jaspar Fforde Grau neben dem Bett liegen und beim Stammtisch hat mir freundlicherweise jemand Die Töchter Egalias von Gerd Brantenberg mitgebracht. Wenn dann noch Zeit ist, wartet auf dem Smartphone (über die Onleihe) Der Fall Moriarty von Anthony Horowitz , der sich an einer Weiterführung der Sherlock Holmes – Reihe versucht.

 


 

P.S.: Ein paar erklärende Worte

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, sind passend zu jedem Buch drei verschiedene Stellen für mehr Informationen verlinkt. Wie bei früheren Rezensionen gelangst du selbstverständlich mit einem Klick auf die entsprechende Seite des Verlages, wo du ohne Probleme den Preis, die Seitenzahl und ähnliches nachlesen kannst. Außerdem haben wir uns entschieden in unseren monatlichen Gelesen-Beiträgen auf zwei eine Seiten zu verlinken, auf denen du das vorgestellte Buch käuflich erwerben kannst.

Hinter dem Link zu Buch7 verbirgt sich ein Unternehmen, das es sich zum Ziel gemacht hat, mit einem Großteil seiner Gewinne soziale, kulturelle und ökologische Projekte zu unterstützen. Wir werden für diesen Link nicht bezahlt und erhalten auch keine Provision, wenn du dich entschließt, dort ein Buch zu bestellen – aber wir finden es wichtig, eine Alternative zu den großen Online-Buchhändlern anzuführen.

Nichtsdestotrotz verlinken wir auch zu Amazon, denn die Mehrheit der Online-Nutzer bestellt (aus verschiedenen Gründen, die hier nicht zu Debatte stehen) seine Bücher, Medien und was nicht sonst noch alles dort. Wenn du diesen Link benutzt und danach etwas bei Amazon kaufst, dann erhalten wir eine Provision, die es uns ermöglicht, diesen Blog weiter auszubauen. Am Kaufpreis ändert sich für dich nichts. Wenn du Amazon doof findest und lieber deinen lokalen Buchhandel oder deine Bibliothek unterstützen möchtest, dann finden wir deine Entscheidung vollkommen in Ordnung!

Update vom 27. Mai 2015:

Wir haben unsere Teilnahme am Amazon-Partnerprogramm beendet und daher sämtliche Links zu Amazon entfernt. Alternativ nehmen wir nun am Partnerprogramm von Buch7 teil, erhalten jedoch aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung zur Zeit keine Provision auf deutsche Bücher. Buch7 spendet einen Großteil seiner Gewinne für wohltätige Zwecke.

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5 Kommentare zu “Buch und Bücher. Der Lesemonat Januar 2015.

  1. Good Omens steht bei mir schon länger auf der Leseliste, hat bisher aber noch nicht seinen Weg zu mir gefunden. Aber 2015 ist ja noch jung. 🙂

    • Und falls es doch nicht klappt, lass mich dich beruhigen. Ich habe nicht das Gefühl, dass das Buch allzu schnell altern wird : )

  2. Yay, das freut mich, liebes Apfelmädchen, dass ich die frohe Kunde von Amanda Palmer, und damit indirekt auch Neil Gaiman, weitergeben konnte. 😀
    Von ihm las ich bislang nur „Coraline“, doch das soll definitiv nicht das letzte gewesen sein.

    „It’s kind of a funny story“ von Ned Vizzini (den deutschen Titel mag ich nicht) ist wirklich gut. Ich mochte es damals unglaublich gern und konnte viel für mich mitnehmen. Müsste ich eigentlich beizeiten noch einmal lesen.

    • Hallo Karo,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Der englische Originaltitel für das Buch von Vizzini ist wirklich besser und das Buch selbst ist mir seit dem Lesen immer noch im Kopf geblieben, was eindeutig für seine Geschichte spricht 🙂

      Liebe Grüße, Svenja

  3. Pingback: [Nachgedacht] Wie wir zum Geldverdienen mit Blogs und (fehlender) Transparenz stehen | Apfelmädchen & sadfsh

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