Briefe

Bekommst du auch gerne Post von guten Freund_innen?

Wenn zwischen all den Werbemails von Versandhäusern, Benachrichtungen aus den sozialen Netzwerken und anderen Mails eine echte Nachricht in meinem Postfach auftaucht, dann huscht mir immer ein breites Grinsen übers Gesicht. E-Mail – das bedeutet für mich, jemand hat an mich gedacht und sich Zeit genommen, um mir zu schreiben. So wie früher eben richtige Briefe versandt wurden.

Aus diesem Grund verschicken wir keinen typischen Newsletter, wie du ihn vielleicht von anderen Blogs kennst: anonyme, kurze Benachrichtigungen mit dem Ziel, dass du möglichst schnell den neusten Blogbeitrag liest. Einen solchen Newsletter haben wir auch lange Zeit gehabt, waren aber nie richtig zufrieden.

Hier bei Apfelmädchen & sadfsh gibt es drei Leitideen, die unser Schreiben bestimmen. Sie bilden die Basis für das, was wir tun:

  1. Wir möchten dir dabei helfen, dein Leben so zu verändern, wie du es dir vorstellst – hin zu mehr Einfachheit, Ruhe und Nachhaltigkeit.
  2. Wir zeigen unser echtes Leben mit unseren eigenen Erfahrungen, Ideen und auch Fehlschlägen – damit du für deinen eigenen Weg davon profitierst.
  3. Wir wollen mit dir in Kontakt kommen – und bleiben!

Einmal im Monat (meistens am ersten Sonntag, aber manchmal auch später) versenden wir daher unsere Art des Newsletters – die Briefe.

Wie bei altmodischen Briefen kann der Inhalt variieren. Manchmal teilen wir einen Gedanken, der uns im Alltag als Minimalisten beschäftigt hat. Ein anderes Mal gibt es Tipps, wie du dein Zuhause plastikfreier gestalten kannst. Und beim nächsten Mal erzählen wir vielleicht davon, wie das Reduzieren zu mehr Ruhe in unserem Leben geführt hat. Wichtig ist uns, dass wir dich zum Nachdenken bringen, dir Inspiration und Motivation schenken für deine eigene Veränderung.

Noch nicht ganz überzeugt? Weiter unten (nach dem P.S. und dem P.P.S.) kannst du eine Ausgabe der Briefe lesen.

Wir freuen uns auf dich, Apfelmädchen & sadfsh

 


 

P.S.: Ja, wir informieren dich in den Briefen auch über unsere neuen Artikel auf dem Blog. Ein bisschen bleibt es also doch ein Newsletter 😉

P.P.S.: Selbstverständlich behandeln wir deine Daten vertraulich und nutzen sie ausschließlich zur Zusendung der Briefe. Du kannst dich zu jedem Zeitpunkt wieder abmelden. Dazu findest du am Ende jeder E-Mail einen Link.

 


 

So sieht einer unserer Briefe aus:

Hallo,

Diese Woche war es sehr ruhig auf dem Blog, denn wir haben eine Nachdenkwoche eingelegt. Das hat unter anderem mit einem Zitat zutun, das ich im Atlas der Globalisierung gelesen habe und das mich seitdem nicht mehr loslässt:

„Aber ich habe Zweifel, dass von diesen – im globalen Maßstab – winzigen Inseln der Vernunft die notwendigen und vor allem rechtzeitigen Impulse zur Eindämmung der ansteigenden Flut des Wachstums, des Wassers, des Mülls, des Elends ausgehen werden.“
– (Mathias Greffrath, Wider die globale Unvernunft, Atlas der Globalisierung, S. 11)

Hat unser Handeln und Leben als nachhaltige Minimalist_innen tatsächlich keinerlei Einfluss? Sind alle Anstrengungen, die wir tagtäglich unternehmen, ohne messbare Konsequenzen? So gerne ich an dieser Stelle von den großartigen Erfolgen schreiben würde, die wir (also Umweltschützer_innen im weitesten Sinne) in den letzten Jahren erreicht haben, fallen mir doch vor allem negative Beispiele ein.

Noch immer…

Noch immer leuchten z.B. Kaufhäuser aller Art nachts wie Fußballstadien und verbrauchen Unmengen von Energie für den 24h Dauerlauf ihrer Geräte.

Noch immer werden jeden Tag unvorstellbare Mengen von Lebensmitteln weggeworfen, während Menschen ihren Kindern erklären müssen, warum es (fast) nichts zum Abendessen gibt.

Noch immer schwimmen gigantische Mengen an Plastik in den Weltmeeren, die durch unser sorgloses Konsumverhalten dort gelandet sind.

Noch immer wird uns eingeredet, dass wir ein gutes Leben führen, wenn wir mit Mitte 40 so körperlich oder psychisch krank sind, dass wir kaum mehr die Kraft haben, morgens arbeiten zu gehen.

Ist es also egal, ob wir die Bio-Banane essen, wie das Transform-Magazin neulich so provokativ feststellte? Ich sage ganz eindeutig Jein!

Ich sage Jein!

Wenn wir aber nichts mehr tun, dann geben wir nicht nur auf, bevor wir angefangen haben, sondern wir stellen unsere ganze menschliche Existenz in Frage. Eine der grundlegenen Annahmen der Psychologie ist etwa, dass wir Menschen unsere Motivation für (fast) alles aus der Tatsache ziehen, dass unser Handeln eine Reaktion hervorruft. Dass wir durch unser Verhalten die Umwelt mitgestalten.

Wir müssen aktiv werden!

Ich sage jedoch auch, dass der von Politik, Wirtschaft und Medien häufig als Ausweg dargestellte Weg über „grünen“, „nachhaltigen“ oder „alternativen“ Konsum nicht der Königsweg ist. Kritischer Konsum ist für mich sozusagen ein netter Einstieg. Der eben alleine langfristig nicht ausreicht. Wir müssen an einem neuen System arbeiten. Einem mit einer anderen Prämissen als Konsum und (menschenverachtender) Optimierung. Und eine solche Arbeit erfordert eben auch politische Aktivität. Sie erfordert Menschen, die sich für einen Wandel einsetzen und ihn vorleben. Sie erfordert andere Wirtschaftsunternehmen, z.B. mit regionaler und sozialer Wertschöpfung (Sina Trinkwalder bzw. manomama sind ein schönes Beispiel.).

Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass es reicht im Supermarkt in ein anderes Regal zu greifen und sonst weiterzuleben wie zuvor. Wir müssen uns auf echten Verzicht und Veränderungen einstellen, die weit außerhalb unserer Komfortzone liegen.

Mit diesen kritischen Gedanken verabschiede ich mich für die heutige Ausgabe. Und wünsche dir trotzallem einen schönen Sonntag,

Svenja (Apfelmädchen)