Was ich in den letzten 8 Wochen über Lebensmittel gelernt habe | Apfelmädchen & sadfsh
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Was ich in den letzten acht Wochen über Lebensmittel gelernt habe (Brauch es auf – Challenge)

Vor ziemlich genau acht Wochen habe ich zum zweiten Mal seit Start dieses Blogs zur Brauch es auf – Challenge aufgerufen und viele Leser_innen haben sich unserer Mission angeschlossen: Lebensmittel aus dem eigenen Vorrat, die allzu gerne in Vergessenheit geraten, aufstöbern und aufbrauchen. Quasi parallel hat sich meine Wahrnehmung geschärft und plötzlich ging es überall – auf Facebook, Twitter und in den Medien – nur noch um Ernährung, Verschwendung und Lebensmittel. Heute möchte ich dir gerne erzählen, was sich in dieser Zeit in meinem Kopf abgespielt hat und was ich so über Nahrungsmittel gelernt habe.

Der Anfang: Verführerische Bilder auf Pinterest

Aber fangen wir am Anfang an. Kurz nachdem ich auf „Veröffentlichen“ für den Ankündigungsbeitrag geklickt habe, legt sich in meinem Kopf eine Art Schalter um. Bling! Neuer Fokus: Rezepte raussuchen, Lebensmittel aufbrauchen und sich aktiv über das Ausmaß von Lebensmittelverschwendung in Deutschland informieren. Ich öffne Pinterest und fange an, nach geeigneten Gerichten für die ein oder andere aufzubrauchende Zutat zu suchen. Unterwegs finde ich mindestens fünf wunderschöne Anleitungen, die zwar keine meiner Zutaten beinhalten, aber trotzdem auf meiner [Vegan] Noch ausprobieren – Pinnwand landen. Dafür müsste ich allerdings dieses und jenes vorher kaufen. Ups. So war das natürlich nicht geplant.

Und plötzlich frage ich mich, ob all diese Blogger_innen das ansprechend für die Bilder drapierte Essen auch tatsächlich immer essen. Oder landet ein Großteil davon vielleicht im Müll? Werden die Mengen vor der Zubereitung extra halbiert/geviertelt, damit es nachher nicht drei Tage Suppe, Reiscurry oder Kuchen gibt?

Ich entscheide mich jedenfalls lieber erstmal einen Blick in unsere Kochbücher zu werfen und markiere zwei, drei erfolgsversprechende Rezepte für den nächsten Wocheneinkauf. Ein paar Tage später essen sadfsh und ich z.B. ein leckeres Tajine mit Blumenkohl und Couscous.

Update #1: Aufbrauchen dauert länger als gedacht.

In den nächsten Tagen läuft das Aufbrauchen relativ gut, auch wenn uns die Hitze bei vielen Gerichten einen Strich durch die Rechnung macht. Wer möchte schon bei über 30 Grad in einer kleinen Wohnung Muffins backen? Dennoch schrumpft die Liste Stück für Stück zusammen.

Nur eine Sache macht mir Sorgen: Loser Tee. Anders als Tee in Beuteln scheint sich nämlich loser Tee quasi unendlich zu dehnen. Unendlich bedeutet in diesem Fall, dass wir in den folgenden vier Wochen täglich mind. 1 Tasse, meist eher zwei von der selben Sorte trinken. Nach einer Woche merke ich, dass mich diese Einschränkung überhaupt nicht stört und ich prima mit viel weniger Angebot leben kann. Minimalismus lässt grüßen. Dennoch bin ich erleichtert, als nach vier Wochen endlich der Osterhasentee ausgetrunken ist. Bleiben nur noch Positive Energie, Druidentrank und Pfefferminze.

Die Mitte: Wo bleibt eigentlich die Wertschätzung?

Auf Instagram entdecke ich den Hashtag (sozusagen eine Kategorie) Foodsharing bzw. Foodsaving. Einen ganzen Abend scrolle ich durch die Bilder, bin gleichermaßen fasziniert wie erschrocken über die Mengen an Lebensmitteln, die hier von engagierten Menschen regelmäßig eingesammelt und weiterverteilt werden. Was bisher für mich eher abstrakte Zahlen waren, wird auf einmal sehr greifbar, wenn z.B. unter einem Foto mit einem gut gefülltem Kofferraum voller Brot und Brötchen steht: Schon 50kg Backwaren gerettet. Ob wir noch Platz für das heutige Obst & Gemüse haben?

In mir keimt die Frage, woher all diese Nahrungsmittel kommen? Warum backt ein Bäcker so viel Brot zuviel? Warum bestellt ein Supermarkt gleich zwei Kartons mehr Bananen, als er verkaufen kann? Gerade in diesem Geschäftsbereich muss es doch ausreichend Erfahrungswerte geben?!

Natürlich kenne ich die Antwort: Weil der Kunde keine Lust auf Einschränkungen hat und z.B. auch samtags um 17.30 noch zwischen zehn Sorten Brot auswählen möchte. Weil wir verlernt haben, dass es nicht immer alles geben kann. Dass Lebensmittel einen Wert besitzen. Dass Obst und Gemüse gemäß den Jahreszeiten angepflanzt und geerntet werden muss. Dass bestimmte Gewürze immer noch mühsam von Hand gepflückt und getrocknet werden, um dann für wenige Cent im Supermarkt verkauft werden zu können. Wir haben nicht nur das Maß, sondern auch die Wertschätzung für das verloren, was uns ernährt.

Update #2: Ernährung ist zu einem Lifestyleaccessoire geworden.

Unser Alltag wird stressiger und das Aufbrauchen gerät in Vergessenheit. Wir kaufen Obst, lassen es nachreifen und haben dann keine Energie/Zeit, um es sinnvoll zu verwerten. Halt Stopp! So geht das nicht. Gerade noch rechtzeitig, bevor ich selber Teil des Problems werde, schnappe ich mir eine Dose und friere Bananen, Pfirsiche und andere Früchte ein. Bloß nichts wegwerfen – das wird mein neues Mantra.

In den Medien häufen sich mal wieder Reportagen über (die richtigen/guten/falschen/gefährlichen) Ernährungsformen und bei Unterhaltungen kommt mittlerweile mit großer Wahrscheinlichkeit das Thema Essen zur Sprache. X verzichtet jetzt auf Gluten, Y findet Paleo gar nicht so schlecht und ich lebe aus Achtung vor allen Lebewesen vegan. In Cafés bestellen Menschen laktosefreie, koffeinfreie Milchkaffees und fragen, ob der Keks dazu glutenfrei ist. Ernährung ist ein Trendthema – es geht um mehr als ums satt werden. Es geht um Fitness, Selbstoptimierung und um Rechthaben.

Gleichzeitig sehe ich Bilder von Menschen auf der Flucht. Die Situation ist so bizarr, dass mir die Worte fehlen und ich das zweite Update nicht auf dem Blog veröffentliche.

Das Ende: Selbstversorgung als Ausweg?

Meine Schwiegermutter bringt mit kleine, selbstangebaute Tomaten mit, die einfach göttlich schmecken und meine Mutter erzählt mir am Telefon, dass sie auch dieses Jahr wieder für den Winter Früchte aus dem Garten eingefroren hat. Selbstversorgung wird mit jedem Tag der Challenge attraktiver für mich – raus aus dem System und nur konsumieren, was mit den eigenen Händen gepflanzt wurde. Noch ist es aber nicht soweit und ich melde mich endlich bei Foodsharing an. Mache Fotos und stelle unsere nicht verbrauchten Lebensmittel aus der Brauch es auf – Challenge ein. Nehme mir vor, in Zukunft noch bewusster auf das jahreszeitliche Angebot zu achten.

Hast du in den letzten Monaten ebenfalls bemerkt, wie sich Ernährung immer mehr zum Trendthema entwickelt hat? Was tust du gegen Lebensmittelverschwendung? Ich freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren!

Heißt zwar Apfelmädchen, mag aber eigentlich lieber Erdbeeren als Äpfel. Lebt minimalistisch, nachhaltig und vegan. Studiert Psychologie. Liest leidenschaftlich gerne Bücher & Comics. Interessiert sich für die Zukunft (Science Fiction, Dystopien, Postwachstumsökonomie), aktuelle Politik und Feminismus. Organisiert von Zeit zu Zeit Events wie die Konsumauszeit oder die Minimal Kon. Verbringt zu viel Zeit auf Twitter.

19 Kommentare zu “Was ich in den letzten acht Wochen über Lebensmittel gelernt habe (Brauch es auf – Challenge)

  1. Hallo Svenja,

    ja, man könnte ja schon fast sagen, dass Veganismus & Co ein Erste-Welt-Problem sind: Wir haben das Glück, uns keine Sorgen um unser täglich Brot machen zu müssen und können den Luxus, selbst zu bestimmen, was wir konsumieren, genießen.

    Gerade das bringt eben auch eine gewisse Verantwortung mit sich, finde ich. Nämlich dass wir nicht unnötig Lebensmittel verschwenden, wo es sich eigentlich vermeiden ließe und bewusster essen. Und wenn der Trend bewirkt, dass sich mehr Menschen damit auseinandersetzen, heiße ich ihn sehr willkommen.

    Selbstversorgung finde ich spitze! Darüber hinaus bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich entscheiden muss: Selbstversorgung oder Selbstverwirklichung. Beides zusammen schaffe ich nicht. Und ich bin auch dankbar dafür, letzteren Weg gehen zu können, weil es andere Menschen gibt, die mich mitversorgen.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast vollkommen recht, dass wir mit unserem Lebensstil auch eine Verantwortung tragen. Genau das antworte ich gerne, wenn mich andere fragen, warum mir Umweltschutz etc. so wichtig sind und ich mich dafür einsetze. Wer soll sich darum kümmern, wenn nicht wir? Für mich ist Veganismus auch kein Trend, sondern eine wichtige Lebensentscheidung. Vielleicht hätte ich das im Text noch deutlicher klarstellen sollen…

      Deine Gedanken zu Selbstverwirklichung und Selbstversorgung kann ich gut nachvollziehen, weil es mir häufig so geht. Mache ich XY, dann ist es schlecht für z.B. die Umwelt, aber gut für mich. Oder andersrum. Ich versuche immer eine Balance zwischen beiden Seiten zu finden.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  2. Liebe Svenja,

    danke für die Verlinkung.
    Ich erkenne mich besonders beim Pinterest-Abschnitt wieder…da findet man oft so verführerisches Zeug, dass der Küchenschrank voller statt leerer wird 😉

    Liebe Grüße
    Conny

    • Hallo Conny,

      Pinterest ist für neue Gerichte wirklich eine tolle Fundgrube, solange man sich bewusst macht, dass man nicht alles ausprobieren muss, nur weil es gut aussieht. Meistens mache ich aus verschiedenen Rezepte meine eigene Version – mit Zutaten, die ich zuhause habe.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  3. Mein Fazit konkret auf die zwei Wochen Aktion bezogen, findest du hier:
    http://einfachsoleben.blogspot.de/2015/07/fazit-der-brauch-es-auf-challenge.html

    Seitdem versuche ich noch bewusster einzukaufen. Wir haben kaum Vorratsleichen mehr im Schrank. Den Risottoreis hoffe ich nochmal zu kochen und die Sojasauce ist wirklich für asiatisches Essen und da rechne ich noch mit, dass es das langfristig öfter gibt. Vielleicht würde sich das für mich als Projekt eignen, wenn ich Lust und Zeit dafür habe.
    Außerdem finde ich es gut in einem Laden einzukaufen, der nicht immer alles da hat – Sachen sind manchmal ausverkauft, werden erst nach einiger Zeit wieder neu geliefert und der Brot am Tag danach etwas günstiger verkauft. Letztens wurden Bananen verschenkt, die nicht mehr verkauft werden konnten. Das ist ein Bioladen, in dem die Kundschaft sowas mitträgt.
    LG Nanne

    • Hallo Nanne,

      vielen Dank für deinen Kommentaren. Gerade jetzt vor dem Umzug merke ich, dass ich noch bewusster einkaufen könnte. Auch wenn ich schon zu 90% nur Lebensmittel kaufe, die wir regelmäßig benutzen (Stichwort: Gewohnheitsesser) schleichen sich doch von Zeit zu Zeit neue Sachen in den Vorratsschrank ein. Ich finde Läden, in denen Sachen einfach mal ausverkauft sind, auch vollkommen in Ordnung. Wenn es keine Tomaten mehr gibt, dann eben nicht und beim Brot entscheiden wir sowieso häufig spontan, was wir gerne essen wollen. Auf dem Markt bekommen wir auch manchmal Obst/Gemüse geschenkt, das andernfalls nicht verkauft werden würde.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

      • Mir ist übrigens noch eingefallen, dass ich in meinem Filofax einen Rezepte Zettel habe. Dort notiere ich mir Sachen, die ich noch kochen könnte – z.B. gab es heute in meinem Lieblingscafé Risotto mit Alkohol, was ich daher nicht esse. Ich habe mir dann nochmal aufgeschrieben, dass ich das eben aber ohne Alkohol selbst machen könnte. Einige Sachen habe ich so verwertet, bzw. neue Rezepte wirklich ausprobiert. Es ist aber wichtig die Liste nicht zu lang werden zu lassen, sondern sie wirklich machbar zu gestalten.
        Momentan landen dort vor allem Gerichte drauf, die ich gerne in meinen Lieblingsrestaurants gegessen habe und die ich versuche zu Hause so oder ähnlich nachzukochen.

  4. Hey Svenja, danke für Deine Erwähnung unserer Seite, wenn es um das Thema Resteverwertung geht.
    Wir freuen uns riesig, dass auch Du diesem Thema eine so große Bedeutung beimisst.
    Zusammen sind wir stark!
    Hier auch unsere Top 10 der Resteverwertung:
    http://findingsustainia.org/bewusstmit-resten/

  5. Hallo Svenja, was ich gegen Lebensmittelverschwendung tue?

    Also zunächst kaufe ich beinah nichts in irgendeiner Weise industriell Verarbeitetes mehr. Mein Einkauf besteht daher in der Regel aus Grundnahrungsmitteln (in der Regel vegetarisch). Einerseits lässt sich damit für mich auch „Gewohnheitsessen“ realisieren, andererseits eröffnen sich auch – dank Internetrecherche – immer wieder neue Kombinationsmöglichkeiten. Andererseits vermeide ich bewußt sehr aufwendige Rezepte mit außergewöhnlichen Zutaten, die einmal genutzt dann nicht verbraucht werden würden.

    Nicht zuletzt lässt sich beinah aus jedem Rest noch etwas Gutes rauszaubern;-).

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

  6. Aus Zeitmangel und Lustlosigkeit wollte ich nicht das komplette Programm mitmachen, daher arbeite ich gerade an meinem Tee-Vorrat. Das geht ganz gut, vor allem wenn man krank ist. Vorgestern habe ich allerdings eine neue Packung Pfefferminztee gekauft, mit denen ich die restlichen nicht so wohl schmeckenden Teesorten mische. Das gibt ganz tolle neue Geschmacksrichtungen und mir fällt es leichter auch wirklich aufzubrauchen. Verschenken ist keine Option.
    Wenn das Fach komplett leer ist, höre ich auch damit auf Tees für Gäste zu kaufen. Ich mag Schwarz- und Grüntee und Kräutertee und das muss auch für den Besuch reichen.

  7. Mir ist in letzter Zeit auch aufgefallen, dass es viele Artikel und Dokumentationen zum Thema Ernährung gab (Trends, Tierhaltung, usw.). Das stößt den einen oder die eine bestimmt zum Reflektieren an – mich auch.
    Teilweise profitiere ich von so mancnen „Ernährungstrends“, da ich aufgrund einiger Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien oft genau nachfragen bzw. auf die Inhaltsangabe schauen muss. Zukünftig würde ich hier gerne besser auf den Saisonwechsel achten, da der im Alltag bei mir leicht mal unter geht. Es gibt ja fast immer alles im Supermarkt und hier auch auf dem Markt.
    Ich mache mir jede Woche einen Menüplan, kaufe dementsprechend ein und idealerweise ist der Kühlschrank Freitagsabends leer und wird Samstagsmorgens mit neuen Markteinkäufen gefüllt. Das klappt bisher sehr gut.

  8. Ich mache seit Jahren einen Essenplan. Außerdem kaufe ich keine Fertigprodukte. Mit der Zeit lernt man mit den „Resten“ kreativ umzugehen.
    Nudelreste werden mit Gemüse streifen auf gebraten und ergeben so für 1 Personen Büromittagessen. Knochen vom Brathähchen werden zu einer Brühe ausgekocht und ergeben mit Suppengemüse uns Suppennudeln das Samstags essen für 3 Esser.
    Monatliche Lebensmittelausgaben (inkl. Getränke) für 3 Erwachsene + Tochter am Wochenende beträt ca. 270 bis 300 Euro.

  9. Hallo Svenja!

    Ich habe vor 3 Jahren so eine „Brauch es auf“ Challenge gestartet und fand es unglaublich lehrreich. So wie Du habe ich entdeckt, dass es viel länger dauert als man denkt um einiges zu verbrauchen.

    Daraus habe ich gelernt, dass wir tatsächlich mit viel weniger auskommen und es nicht notwendig ist, große Vorräte anzulegen.

    Das fühlt sich viel besser an, ich kaufe nur noch mit Einkaufsliste ein und nur das, was ich wirklich brauche.

    Bei foodsharing bin ich schon seit über einem Jahr, das ist wirklich eine großartige Sache!

    lg
    Maria

  10. Ich bin immer echt überrascht wo man überall die Fairteiler oder Foodsharing Regale findet, wenn sich einmal der Blick dafür geschärft hat: An der Uni, in einem Flohmarktladen in Holland, im Rahmen des Urban Gardening Projektes „Keimzelle“ in Hamburg. Ich bin auch in einer foodsharing-Facebookgruppe für meine Stadt. Außerdem noch in einer Tauschgruppe und einer Flohmarktgruppe. Obwohl ich Facebook eigentlich blöd finde und nicht mehr groß nutze, für solche Gruppen ist es wirklich super! Klasse finde ich auch das Angebot eines kleinen Bio-Ladens in meiner Stadt, der Samstags ab 14:00 25% auf Gemüse gibt. Sowieso schaue ich im Supermarkt immer auch in den Kurz-vorm-Ablaufen-und-deshalb-reduziert-Ecken. Da kaufe ich dann auch verpackte Sachen, denn bevor sie weggeworfen werden, denn ich finde man abwiegen und nicht zu verbissen an die Sache mit den Verpackungen herangehen. Zero Waste heißt doch auch Zero Foodwaste :)! Käse gibt es bei mir zum Beispiel nur noch reduziert (20% oder 50%) und kurz vorm Ablaufen von denn’s. Da liegen IMMER kleine Stücken in der Reduziert-Ecke! Die sind dann zwar in Frischhaltefolie verpackt, aber das nehme ich hin bevor sie weggeworfen werden! Ist ja auch immerhin schon mal weniger Verpackung als aus dem Kühlregal. Außerdem kann ich mir als Student so auch „richtig gutes“ Demeter-Bio leisten 🙂

  11. Hallo Svenja, ich schließe mich den vorherigen Posts an. Gerade weil wir so viele Lebensmittel haben, haben wir auch eine gewisse Verantwortung. Manchmal finde ich es komisch, dass man Dinge wieder lernen muss, die früher ganz normal waren. In meiner Kindheit wurden Reste immer verwertet. Da gab es Nudeln vom Vortag in der Pfanne gebraten mit Ei und Fleischwurstscheiben oder Grießbrei mit Obst etc. Heutzutage sind wir daran gewöhnt, dass alles, auch alles ausgefallene und exotische, immer greifbar ist. Und Kochshows bringen uns bei, dass jeder kochen kann wie ein Sternekoch. Das ist ganz klar ein Luxusproblem. Wahrscheinlich ist es einfach ein Lernprozess. Wir müssen lernen mit dem Überfluss umzugehen.

    Ein schönes Projekt habe ich hier gefunden und unterstützt: https://socialimpactfinance.startnext.com/restlosgluecklich . Ein paar Leute, die Lebensmittel verwerten wollen, die sonst z. B. vom Bauern untergepflügt werden, weil sie nicht der EU-Norm entsprechen. Sie wollen mit einem Restaurant etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun, ohne den Tafeln Konkurrenz zu machen.

    VG

    Tanuschka

  12. Hallöle,
    ich finde diese Challenge ist ein sehr guter Gedanke.
    Täglich werde ich über die Arbeit mit Lebensmittelvernichtung konfrontiert, da ich im Discounter arbeite. Es tut mir richtig „weh“ , wenn ich ein ganzes Netz Orangen in die Tonne geben muß weil eine einzige „Macke“ hat (oder einfach nur etwas weicher ist). Selbst normale gelbe Bananen werden weggeworfen, da die Kunden nur die grünen unreifen kaufen und die gelben übrig bleiben. Wieviele Tonnen frisch gebackenes Brot (frisch gebacken und noch warm) abends weggeworfen, bringt mich fast zum weinen. Solche Dinge werden nicht günstiger verkauft ( z.B. ist vom Vortag, oder „Bruch“…), auch darf die Tafel davon nicht alles mitnehmen… Aber dies alles wollen 99,5% der Kunden nicht wissen.
    Sie bringen uns sogar Kühllebensmittel zurück und wollen die getauscht haben. Nur weil man z.B. die falsche Käsesorte genommen hatte. Der Kunde bekommt den Tausch, bzw. das Geld ausbezahlt und die Ware geht sofort in den Müll. Die Firma will es so, denn der Kunde könnte ja „verärgert“ werden…. Mich macht dies wütend !
    Wo anders hungern Menschen; die wären dankbar egal ob die Käsesorte die richtige ist…..
    Wann haben wir eigentlich diese sture und egoistische Haltung angenommen?
    Auch sind montags früh die ersten, meistens die gleichen Kunden, welche man samstags abends rauskehren mußte. Und ich frage mich wieso braucht ihr Nachschub – vor’m Wochenende hast Du doch erst für 150,-€ Essen gekauft….
    Deswegen freue ich mich über solche Aktionen, besitze ein „nichts-wegwerfen-Kochbuch“, gehe gerne zu „Reste-Essen-Party’s“…. und habe auch immer eingefrorene Weckgläser, von der letzten Gemüsesuppe … (so’n Topf ist halt immer zuviel)
    Viele Grüße
    Conny

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