5 einfache Methoden zum Aussortieren | Apfelmädchen & sadfsh
Minimalismus

5 einfache Methoden zum Aussortieren

Aller Anfang ist bekanntlich schwer und mittlerweile gilt dies nicht mehr nur für die Tätigkeit selbst, sondern auch das Auffinden von leicht nachzuempfindenden Methoden. Mit unserer neuen Beitragsserie Start in ein einfaches Leben, die wir in den kommenden Wochen im Videoformat bereitstellen wollen, möchten wir uns insbesondere an diejenigen unter euch richten, die vom Minimalismus gehört haben, aber noch nicht soviel damit anzufangen wissen, hoffen aber auch denjenigen neue Inspiration schenken zu können, die mit dem Moment unzufrieden sind und eine neue Perspektive gewinnen möchten.

Abgeben oder nicht abgeben?

Gelegentlich kommt es vor, dass wir ein Regal innerhalb der Wohnung umstellen wollen und da ich es mit Ordnung nicht so habe, können sich über den Zeitraum mehrerer Monate durchaus Dinge in der zweiten Reihe meines persönlichen Faches ansammeln. Ich nehme sie heraus, damit das Regal leichter ist und nehme sie erneut in die Hand, um sie wieder einzuräumen. Als Kind im Elternhaus funktionierte dieser Vorgang noch herrlich unreflektiert, doch mittlerweile betrachte ich meinen Besitz durchaus mit kritischeren Augen und frage mich, wie lange ich besagtes Stück schon nicht mehr gesehen habe, wann ich es das letzte Mal verwendet habe und ob ich mir seiner Existenz überhaupt noch bewusst war. Mag ich den Gegenstand noch? Kann ich die ersten beiden Fragen nicht beantworten oder die letzten beiden Fragen sicher verneinen, gibt es keinerlei Grund mehr weiter an ihm festzuhalten.

Manchmal ist es auch unsere Intuition, die uns hilft die Entscheidung zutreffen, während in anderen Momenten eine große Unsicherheit herrscht, die uns vorsichtig werden lässt und dazu führt den Gegenstand zurückzulegen. In letzterem Fall empfehle ich dir den Gegenstand noch einmal sehr genau zu betrachten, ihn dann irgendwo zu lagern, wo er innerhalb der nächsten 30 Tage nicht in dein Sichtfeld geraten wird. Vermisst oder brauchst du ihn in dieser Zeit, darf er bleiben, ansonsten hast du dir seine Notwendigkeit vielleicht nur eingebildet oder im ersten Moment eine emotionale Bindung konstruiert, die in der Gegenwart aber gar nicht mehr gegeben ist.

Wie und wo fange ich an?

Es gibt so Momente, die uns vor Augen führen, dass wir mit unserem Besitz überfordert sind. Wenn wir einige Wochen vor einem Umzug mit dem Packen beginnen und Svenja mich bei einer Kiste um Hilfe bittet, weil sie sie nicht heben kann und ich den nächsten Tag mit Rückenschmerzen durch die Gegend stapfe, hat dies vermutlich zwei Bedeutungen: 1. Es war einer meiner ersten Umzüge und ich habe dumm (= zu schwer) gepackt. 2. Wir haben zu viele Dinge, die mit umziehen wollen. Die korrekte Lösung des Problemes war es für uns nicht, noch einmal mehrere Kilometer den Berg hinauf zum Baumarkt zu laufen, um mehr Kisten zu kaufen. Diese hätten wir dann leichter packen können, aber wir entschieden uns die Kisten zu öffnen, nachzuschauen, was daran so schwer war und Dinge fortzugeben, die uns nicht mehr genug bedeuteten, um Rückenschmerzen für sie zu haben.

Nun hast du derzeit vielleicht nicht das Glück umziehen zu dürfen (manche Menschen würden eventuell sagen: Glücklicherweise darfst du dein Zuhause auf unbestimmte Zeit weiterbewohnen.) und musst ohne Rückenschmerzen den richtigen Startpunkt finden, um Besitz loszulassen und so mehr Raum für dich zu schaffen. Wo aber beginnen bei den vielen Regalen, Schränken und Räumen?

5 Methoden zum erfolgreichen Aussortieren

Damit dieses Problem nicht zur unüberwindbaren Hürde wird, stellen wir dir fünf Methoden vor, die dir nicht vorgeben, wieviele Gegenstände du zwingend aussortieren musst, damit du dein Handeln als Erfolg bezeichnen kannst. Wir haben es in unserer zweiten Blogchallenge 2013 zwar so gemacht, waren zu diesem Zeitpunkt aber schon daran gewöhnt uns von Dingen zu trennen. Vielleicht kannst du dir schon nächste Wochen darüber Gedanken machen, doch jetzt gilt es zunächst den ersten Schritt zu machen.

1. Eat the Frog

Achtung: Dies ist kein Witz über die kulinarischen Vorlieben anderer Erdenbewohner, sondern ein Konzept aus der Arbeitszeitplanung. Eat the frog soll bedeuten sich der schlimmsten Tätigkeit des Tages als erstes zu stellen. Du weißt sicherlich, welche Besitzstücke dir am liebsten sind und aus diesen wählst du wenigstens eines aus, auf das du in Zukunft verzichten kannst. Die Frage, warum du mit einer so grausamen Erfahrung beginnen solltest, ist einfach erklärt: Deine Hemmschwelle dich von Eigentum zu trennen ist zu Beginn deines einfachen Lebens vermutlich noch sehr hoch. Überspringst du mit dem ersten Schritt die größte Hürde, gibt es auf deinem weiteren Weg keine Hindernisse mehr, vor denen du dich zu fürchten brauchst.

2. Haufenmethode

Wenn du ein Blatt Papier 42x faltest, reicht es bis zum Mond. Wieweit reichen wohl deine Kleidungsstücke, wenn du sie alle übereinander legst? Ich behaupte der Stapel wäre höher als du denkst. Marie Kondo schlägt diese Methode des Aufhäufens eigener Besitztümer vor, damit du dir einmal vor Augen führst, wieviel eigentlich in den ganzen versteckten Fächern, Schubladen und Nischen deines Zuhause liegt. Wenn du etwas Zeit mitbringst, kannst du diese Methode wählen und jedes einzelne Stück begutachten und seine Eignung für dein Leben bewerten.

3. Schubladenmethode

Wenn es dir zuviel ist alle Schubladen und Fächer leerzuräumen, dann wähle doch ganz zufällig einen einzigen dieser winzigen Bereiche aus und nimm dir für den Tag nichts anderes vor, als alle darinlagernden Gegenstände zu bewerten. Was brauchst du weiterhin? Was hast du lange Zeit nicht benutzt? Hast du dich überhaupt erinnert, einen bestimmten Gegenstand noch zu besitzen? In wenigen Minuten bist du fertig und du kannst schnell eine tägliche Routine entwickeln, die über 1-2 Monate hinweg nur sehr wenig Zeit raubt und fast immer im Tagesablauf unterzubringen ist.

4. Korbmethode

Du möchtest lieber frei durch die Wohnung gehen und wie in einem Kaufhaus stöbern? Mit der Korbmethode läuft der Prozess so ab, wie du ihn aus Geschäften gewohnt bist, nur wählst du für deinen Korb ausschließlich Dinge, die dir überhaupt nicht gefallen. Ist der Korb voll, hast du dein Tagespensum erreicht. Keine Angst, du bezahlst am Ende nicht dafür, sondern kannst vielleicht sogar noch Geld dafür bekommen.

5. Doofe-Sachen-Methode (kreativer Name made by Apfelmädchen)

Sei ehrlich, gibt es Gegenstände, die du überhaupt nicht leiden kannst? Erfahrungsgemäß sind es häufig Geschenke, die wir in unserer Wohnung ausstellen, um andere Menschen glücklich zu machen, doch diese verbringen viel weniger Zeit damit als du, weshalb es nicht angebracht ist dein persönliches Glück mit ihrer Präsenz einzuschränken. Es wird dich etwas Überwindung kosten, aber niemand wird (sollte) dir Böse sein, wenn er einmal deinen Geschmack nicht getroffen hat oder dieser sich verändert hat.

HURRA! GESCHAFFT!

Super, du hast erfolgreich deinen ersten Schritt gemacht. Ich möchte dir ans Herz legen im Laufe der Woche verschiedene Methoden auszuprobieren, denn obwohl wir meinen uns selbst wahnsinnig gut zu kennen, dürfen wir immer wieder feststellen, dass uns auch Methoden gefallen, von denen wir das nicht gedacht haben.
In den nächsten Wochen beschäftigen wir uns mit ganz spannenden Fragen, wie zum Beispiel: Was mache ich, wenn ich bei der Doofe-Sachen-Methoden ganz viele Dinge meines Partners wegtun will? Wie kann ich micht gegenüber Skeptikern rechtfertigen und Interessierten das Thema nahelegen? Wie verhindere ich den Jojo-Effekt?

Welche Methode hat dir am besten gefallen? Hast du selbst Alternativen ausprobiert, die du mit uns teilen möchtest? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

2 Kommentare zu “5 einfache Methoden zum Aussortieren

  1. Hallo!

    Viele tolle Tipps habt Ihr hier zusammen getragen. Ich bin derzeit auch wieder einmal beim Reduzieren und habe mir dafür die „7 Tage – 7 Bücher“ Challenge gestellt. Seit Anfang Oktober sortiere ich jede Woche mind. 7 Bücher aus und bringe sie in den Kostnixladen.

    Bis jetzt habe ich es immer noch geschafft, aber ich merke, dass es langsam echt hart wird. Bin schon selbst gespannt, wie lange es noch weiter geht. Mein Ziel wären 6 Monate, das macht rund 200 Bücher weniger.

    Freue mich schon auf weitere Beiträge zu dem Thema!

    lg
    Maria

  2. Pingback: 5 Methoden zum erfolgreichen Aussortieren | stiefeln2016privat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.