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15 Dinge, die mich im Alltag frustrieren (und 5 Tipps gegen Rückschläge)

Dieses Jahr steht sozusagen inoffiziell für sadfsh und mich unter dem Motto Veränderung(en), denn ein Kapitel unseres bisherigen Lebens ist bald beendet und wir machen (hoffentlich) einen großen Schritt in eine Richtung, die es uns nicht nur erlaubt, frei und glücklich zu leben, sondern auch unsere Träume ein wenig zu verwirklichen.

Im Zuge all dieser Veränderungen und Herausforderungen, die uns auf dem Weg begegnen, machen wir nahezu ständig Gedanken über unser Leben, unsere Umwelt und die Gesellschaft. Meistens sind wir sehr dankbar für die tollen Möglichkeiten, die sich uns bisher eröffnet haben und die wir – so hoffen wir zumindest – durch harte Arbeit gut nutzen konnten. Daraus entstehen dann die vielen positiven, ermutigenden Beiträge auf diesem Blog.

Manchmal aber hilft es auch, den eigenen Frust rauszulassen und sich daran zu erinnern, dass sich eben nicht alle Dinge sofort zum Guten wenden und dass viele Bemühungen nicht schon nach dem ersten Versuch von dem Erfolg gekrönt sind, den du und ich uns vielleicht gewünscht hätten.

Passenderweise hat die wunderbare Isabell uns diese Woche als Reaktion auf die neue FAQ-Seite gefragt, welche Dinge uns eigentlich im Alltag so frustrieren. Sicherlich meinte sie damit nur Rückschläge aus den Bereichen Minimalismus – Veganismus – Nachhaltigkeit, aber ich nehme in die Betrachtung auch ein paar allgemeinere Punkte mit auf.

Es nervt mich, dass…

(1)… der Zucker bei DM seit der Umstellung auf DM-Eigenmarkenprodukte in Plastik verpackt ist. Früher kam er in einer Papiertüte, die nur ganz dünn mit Plastikfolie ausgekleidet war. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass die Plastikverpackungen eher zu- als abnehmen.

(2)… ich immer noch einen unglaublich starken Kaufimpuls spüre, wenn ich das Gefühl habe, mein Leben läuft gerade nicht nach meinem Plan. Doof, nicht wahr? Immerhin bin ich mittlerweile so geübt, dass ich mich selber dabei beobachten kann, wie der Impuls aufkommt und weiß, dass er nach ein oder zwei Tagen wieder verschwindet.

(3)… wir keinen Garten oder Balkon haben und daher kein Obst o. Gemüse anpflanzen können. Auf Twitter und Instagram bewundere ich immer die tollen Erntebilder von anderen, aber uns bleibt nur das Einkaufen auf dem Wochenmarkt.

(4)… fremde Menschen den Platz um den Baum vor unserem Haus als Müllhalde benutzen, wenn sie umziehen oder neue Möbel bekommen. Wochenlang liegt dann dort Müll herum, für den sich keiner verantwortlich fühlt.

(5)… unser Vermieter keine Biomülltonne bereitstellt und wir deshalb all unsere Gemüse/Obstabfälle über den Hausmüll entsorgen müssen. Bei einem Veganerhaushalt macht das locker die Hälfte oder mehr unseres Müllaufkommens aus.

(6)… Menschen im Bioladen ihre Äpfel, Orangen und soweiter in gefühlt 1000 Plastiktütchen packen, obwohl sie mit dem Auto da sind und sowieso alles in eine Kiste im Kofferraum schmeißen. Zum Wiegen müssen die Lebensmittel auch nicht abgepackt sein, denn die Kassierer_innen wiegen unsere losen Produkte ohne Kommentar.

(7)… ich in der Öffentlichkeit immer für Anfang 20 gehalten werde, weil ich scheinbar nicht dem erwarteten Standard entspreche.

(8)… mir Lehrer_innen früher gesagt haben, worin ich gut bin und was ich lieber nicht machen sollte und ich es ihnen geglaubt habe („Informatik ist nichts für Mädchen“, „Latein schaffst du nicht – du bist mehr der moderne Sprachtyp“, „Kunst – das liegt dir gar nicht etc.“) Noch heute denke ich, dass ich künstlerisch unbegabt bin und frage mich, was mit Informatikunterricht aus mir hätte werden können.

(9)… Freiheit in Deutschland leider immer noch über die Höhe deines Bankkontos bestimmt wird (und soziales Ansehen auch).

(10)… es in den meisten Eisdielen kein veganes Eis gibt und ich sadfsh daher nie zum Eis einladen kann.

(11)… ich gerne nur noch fair produzierte, nachhaltige Kleidung kaufen möchte, es mir aber trotz weniger kaufen (quasi nie was kaufen) eigentlich nicht leisten kann.

(12)… es als „eklig“ gilt, wenn man über Tiere, Tierhaltung und Schlachtung spricht.

(13)… „lose verkaufen“ in Deutschland immer gleich bedeutet, dass Lebensmittel unerschwinglich werden – obwohl ja durch die Großverpackungen weniger Kosten anfallen sollten.

(14)… im Netz nur die lauten Stimmen gehört werden, die mit Pop-Ups um sich werfen und ständig etwas verkaufen wollen. Für leise Stimmen, wie unseren Blog, ist da irgendwie kein Platz.

(15)… die Vielfältiger Lesen – Challenge ein total cooles Projekt ist, ich mir aber soviel Druck gemacht habe, dass ich fast aufgehört hätte zu lesen und daher nach acht Monaten kein Update dazu schreiben möchte, um nicht doof dazustehen

5 Tipps für den Umgang mit Frust und Rückschlägen:

Sicherlich kennst du solche Rückschläge und Tage, an denen man einfach frustriert ist, dass es nicht so recht weitergeht. Das Äußern von reiner Kritik – so wie meine Liste oben – hat allerdings erstmal nur eine kathartische Wirkung und hilft dabei den Druck abzubauen. In der Vergangenheit habe ich jedoch 5 kleine Strategien entwickelt, die mir helfen, solche Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wenn du also das nächste Mal richtig gefrustet bist, dann denk an diese Hilfestellung:

1. Nutze die Kraft der kleinen Erfolge!

Eine liebe Freundin von mir pflegte während unseren Zeiten im Wohnheim immer zu sagen: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ – ein Spruch, der hier auf dem Blog eine zentrale Bedeutung bekommen hat. Anstelle von großen, ruckartigen Veränderungen sind wir große Fans von den kleinen, kontinuierlichen Schritten, die du jeden Tag gehen kannst.

Statt von jetzt auf gleich Plastik komplett aus deinem Haushalt zu entfernen, tausche die Dinge lieber Stück für Stück bewusst gegen eine umweltfreundliche Alternative aus. Anstelle über den Kauf von Zucker in einer Plastikverpackung zu verweifeln, feiere ich lieber die Erfolge, die sadfsh und ich schon erreicht haben, z.B. im Badezimmer.

2. Akzeptiere die Grenzen deiner Möglichkeiten (bzw. Nobody is perfect)!

Wir alle wären gerne perfekt, würden lieber heute als morgen nachhaltig und bewusst leben, aber der Alltag setzt unserem Streben Grenzen. Und das ist in Ordnung. Du musst für dich selber ermitteln, welche Umstellungen mit deinem Leben zu vereinbaren sind und was einfach aus finanziellen, zeitlichen oder anderen Gründen nicht drin ist. Wenn du es dir nicht leisten kannst, nur fair produzierte Kleidung zu kaufen, dann gibt es keinen Grund sich deshalb schlecht zu fühlen. Du fährst dafür vielleicht mit dem Fahrrad, kaufst regionale Produkte, nutzt die Bücherei oder wirst auf anderem Wege aktiv. (Gerade für mich als Perfektionistin ist dies eine Lektion, die ich mir immer wieder vor Augen führen muss.)

3. Sei Vorbild statt Vormund!

Gerade Veganer_innen und Nachhaltigkeitsinteressierten haftet der Ruf an, ständig belehren oder moralisieren zu wollen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass solche Versuche nur selten zum Erfolg führen. Statt andere zu bevormunden und ihnen vorzuschreiben, was richtig ist, lebe ich lieber als positives Vorbild vor, wie ein plastikfreier Einkauf funktionieren kann oder dass Kochen ohne tierische Zutaten nicht schwierig sein muss. Ganz wichtig dabei: Immer Geduld haben und andere Einstellungen akzeptieren. Oder um es mit einem Beispiel von oben zu sagen: Niemals Menschen im Supermarkt anschreien, weil sie ihr Obst in Plastiktüten verpacken oder eine Zahnpasta mit Mikroplastik aufs Band legen. Lieber eine Stofftasche anbieten und so zeigen, dass man auch alternative Verpackungen nutzen kann.

4. Machen statt Meckern!

Gerade in unserer heutigen Gesellschaft ist es leicht, seinem Ärger publikumswirksam Luft zu machen. Nichts anderes habe ich im ersten Teil dieses Textes getan. Doch ist die Aufregung einmal verpufft, dann bleibt meistens nur wenig Konkretes übrig. Nur meckern reicht nicht, auch wenn es ein erster Schritt sein kann. Statt dich also z.B. im Freundeskreis darüber auszulassen, dass es in den Cafés in deiner Gegend keinen veganen Milchersatz gibt, frag doch einfach mal nach den Gründen. Besonders gut gefällt mir in diesem Zusammenhang eine Aktion des Blogs FindingSustainia, die genau das tun: Einfach mal bei Unternehmen nachfragen.

5. Glaub an dich und deinen Weg!

Und zum Schluss natürlich der wichtigste Punkt: Glaub an dich und gib nicht beim ersten Misserfolg auf. Veränderungen im eigenen Leben und in der Gesellschaft brauchen Zeit. Zeit zum Säen, zum Wachsen und schließlich Zeit zum Blühen. Wenn andere dich für verrückt (oder anders) halten, dann muss das nichts Schlechtes sein – vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass du alles genau richtig machst und aus dem Alltagstrott ausbrichst.

Und was nervt dich?

Zum Schluss interessiert es mich natürlich brennend, was dich im Alltag frustriert? Wie gehst du mit solchen Situationen und Rückschlägen um?

Heißt zwar Apfelmädchen, mag aber eigentlich lieber Erdbeeren als Äpfel. Lebt minimalistisch, nachhaltig und vegan. Studiert Psychologie. Liest leidenschaftlich gerne Bücher & Comics. Interessiert sich für die Zukunft (Science Fiction, Dystopien, Postwachstumsökonomie), aktuelle Politik und Feminismus. Organisiert von Zeit zu Zeit Events wie die Konsumauszeit oder die Minimal Kon. Verbringt zu viel Zeit auf Twitter.

23 Kommentare zu “15 Dinge, die mich im Alltag frustrieren (und 5 Tipps gegen Rückschläge)


  1. 7)… ich in der Öffentlichkeit immer für Anfang 20 gehalten werde, weil ich scheinbar nicht dem erwarteten Standard entspreche.

    Das geht mir genauso. Ich bin 32 und viele Menschen schätzen mich 10 Jahre jünger. Das geht mir aber schon immer so. Früher hat mich das genervt, aber mittlerweile sehe ich es als Kompliment an und freue mich darüber. Auch über die erstaunten Blicke nach der Aufklärung.
    Ich glaube, in einigen Jahren freut es mich noch mehr, wenn ich als 50-jährige auf 40 geschätzt werde 🙂

    • Hallo Barbara,

      da bin ich ja froh, dass ich nicht alleine bin. Ich werde nie vergessen, wie mich im Winter jemand fragte, wann ich Abitur machen würde. Ab jetzt werde ich es einfach so sehen wie du und probiere einen Perspektivenwechsel.

      Danke für deinen Kommentar & liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  2. So viele der Punkte deuten eigentlich darauf hin, an den eigenen Idealen zu scheitern (Plastik, Veganismus etc). Nur mal so als Außenwahrnehmung: ich hab den Eindruck, dass du/ihr da vielleicht etwas hart zu euch selbst seid. Könnte das sein?

    (Ich kenne das, den Frust, irgendwie Weltschmerz. Diesen Sommer gönne ich mir ab und zu ein unveganes Eis und Käse, weil ich meinen Tag nicht immer danach planen will, wo es vegane Sachen gibt. Das ist für mich eine Lösung, die sich gerade stimmiger anfühlt, als gefühlt sehr wichtiges Vergnügen zu opfern. Und zu 90% esse ich ja immer noch vegan und habe viel mehr Kraft, mich einzusetzen. Na ja, nur meine persönliche Lösung.)

    In der besseren Welt gibt’s eben auch bessere Möglichkeiten, das sollte man nie vergessen. Strukturelle Machtverhältnisse existieren.

    Im Übrigen: Es gibt ganz ganz sicher einen Platz für stille Blogs. Die werden vielleicht nicht tausende Male geklickt (wobei das auch vorkommen soll), aber ich sehe da so viele Vorteile. Die Tiefe gleicht die etwas weniger Klicks ganz sicher aus und hat im Endeffekt viel mehr Einfluss auf die Leute, die sich die Zeit nehmen, hier in Ruhe zu lesen.

    • Hallo SA,

      mit den eigenen Ansprüchen sprichst du ein interessantes Thema an – ja, ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst. Zum Glück kann ich diesen 99% der Zeit gerecht werden und nur in seltenen Fällen nerven sie mich. Die Gruppierung für die Liste oben erzeugt vielleicht den Eindruck, dass alle Punkte auf einmal wirken, was definitiv nicht der Fall ist. Es ist eher ein „Best of“ aus vielen Wochen, Monaten, in einigen Fällen sogar Jahren. Keine Angst also!

      Danke für deine aufmunternden Worte zu stillen Blogs, die ich einfach auch mal direkt auf Apfelmädchen & sadfsh bezogen habe. Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  3. PS: Ich habe vergessen zu sagen: Es bringt viel, sich zusammenzuschließen, Frust zu teilen und dann gemeinsam dagegen vorzugehen. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. 🙂

  4. Der Plastiktütenwahn im Biomarkt geht mir auch so auf die Nerven. Und ich habe noch nie einen genervten Blick vom Verkäufer bekommen, wenn ich alles lose aufs Band lege. Was mich aber wirklich immer wieder fertig macht ist die Rücksichtslosigkeit, mit der viele Menschen durchs Leben zu gehen scheinen. Wie sie sich in Kaufhäusern benehmen, in der U-Bahn, auf der Straße. „Ich, ich, ich“ und danach schein lange nichts zu kommen. Kürzlich begegnete ich einem, der per Zettel für seinen Yogaunterricht werben wollte und diese direkt über neu aufgehängte (und das sieht man ja!) Zettel klebte, auf denen jemand nach seiner Katze suchte. Da bin ich wirklich sehr sauer und vielleicht auch ein My unsachlich geworden…

    • Hallo Mathilda,

      deine Erfahrungen mit ungenervten Verkäufer_innen kann ich total bestätigen. Nur einmal (in einem „normalen“ Supermarkt) war die Kassierin verwundert, dass ich lose Kartoffeln gekauft habe. In dem Laden, indem sadfsh und ich gerne Fladenbrot kaufen, haben wir sogar gelernt, dass gerade in kleinen Geschäften kostenlose Plastiktüten eine richtige finanzielle Belastung für die Inhaber sind.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  5. Hallo Svenja,

    in einigen deiner Punkte erkenne ich mich auch wieder zB Frustshoppen. 😉 Manchmal hat man so Tage an denen man (auch an sich selbst) zweifelt. Nicht nur, dass diese irgendwann vorbeigehen sondern diese Momente sind auch wie ein Spiegel woran man sehen kann, was zur Zeit nicht stimmt.

    Liebe Grüße
    Maren

    • Hallo Maren,

      vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Mit dem Spiegel hast du vollkommen recht. Durch meine Liste habe ich mir unbeabsichtigt vor Augen geführt, an welchen Stellen ich noch tiefer graben und weiterarbeiten muss.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  6. Es bedarf bei gewisser Sachen auch die Hilfe der Politik, die einfach dafür sorgen müsste gewisse Strukturen zu ändern. Hatte jetzt zweimal Besuch, die die Produkte im Bioladen so teuer fanden und ja, genauso wird es immer bewertet: Das ist aber teuer!
    Ja, das nehmen wir aber nur so wahr, weil die Lebensmittel beim Discounter viel zu günstig sind und externe Kosten mit sich bringen, die teilweise noch unsere Generation sowie die nachfolgenden Erleben wird. Das sind keine wahren Preise. Bio sollte das normale Sein (und es müsste nicht plakativ bio heißen, es sollte einfach selbstverständlich sein, dass wir solche Lebensmittel anbauen und essen).

    Wenn ihr uns mal besuchen kommt (im Sommer), können wir zumindest mit veganem Fruchteis bei euch punkten (wobei es auch in Plastik verpackt ist). Ich liebe Erdbeer oder Himbeereis seit wir dieses essen, einfach weil es so fruchtig schmeckt.

    Heute frage ich mich öfter: Was bringt es mir, wenn ich frustriert bin? Manchmal bin ich dann bewusst weiter frustriert und genervt, weil mir das Ausleben des Gefühls gut tut und Frustrationsgefühle genauso eine Berechtigung haben wie Glücksgefühle, manchmal wird mir klar. Ne, alles gut jetzt, Zeit für andere Gefühle.
    Auch ich mache mir hier und da zu viel Druck und scheitere an teuren Preisen, oder an Gelüsten – gerade habe ich mir eine Zeitschrift gekauft, einfach weil sie beim Bezahlen der Süßigkeiten am Kiosk direkt neben mir lag. Passiert.
    Liebe Grüße
    Nanne

    • Hallo Nanne,

      du hast vollkommen recht. Nicht alle Dinge lassen sich auf der Mikroebene der eigenen vier Wände losen, häufig bedarf es Regeln/Gesetze, die von der Politik umgesetzt werden. Gerade in Sachen Lebensmittel merke ich aber, dass Bio leider schon aus Kostengründen nicht für alle der Standard sein kann. Leider wie gesagt, denn konventionelle Landwirtschaft ist in vielen Fällen wirklich nicht unterstützenswert, aber auch sadfsh und ich können in Zukunft wahrscheinlich unsere Einkaufsstandards nicht mehr halten und müssen Abstriche machen.

      Die „warum-bin-ich-gefrustet-Frage“ finde ich super und würde sie, mit deinem Einverständnis, gerne oben im Haupttext ergänzen. Ist das in Ordnung für dich?

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  7. ohne hin und wieder eine portion „scheiss drauf“ würde ich durchdrehen 😉

  8. Ich finde gar nicht, dass eure Stimmen verhallen. Wir hören sie doch auch. 🙂

    Gibt es bei euch in keiner Eisdiele Sorbet? Das ist normal auf Wasser- statt Milchbasis. Beliebte Sorten dafür sind unter anderem Zitrone und Mango.

    In puncto Politik: Ich plädiere auch direkt noch dafür, jede Plastiktüte mit 5€ zu besteuern, anstelle von lächerlichen 9ct… Damit dürfte sich das erledigt haben.

    Verzweifelt nicht, jedes bisschen hilft!

    Liebe Grüße,
    Philipp

    • Hallo Philipp,

      leider haben wir bisher nur veganen Frozen Yoghurt gefunden, den ich allerdings nicht so lecker wie richtiges Eis finde. Zum Glück gibt es ja in der Kühltruhe der örtlichen Supermärkte vegane Alternativen – nur manchmal wäre Eisdieleneis auch schön.

      Vielen Dank für deinen Kommentar & ein virtuelles Highfive für Plastiktütensteuern, Svenja (Apfelmädchen)

  9. Hallo Apfelmädchen,

    gerade den Sinn von der Biomülltonne verstehe ich nicht. Bei uns wirft keiner was rein. Nur wenn ich Rasen mähe. Der Biomüll wird doch auch nur verbrannt wie Restmüll. Wahrscheinlich im Zementwerk wieder zu Geld gemacht mit den nicht verkauften Brötchen. Warum ärgerst du dich darüber? Ich hätte lieber keine Tonne und würde die Kosten sparen. Zucker kaufe ich nicht. Werde noch mit 42 für ’ne Studentin gehalten. Mittlerweile freu ich mich drüber! Kannst auch in der Wohnung ein Gewächshaus aufstellen. Ist nicht so schwer. Oder einfach Blumentopf und Nylontüte. Dann hast du schon eins. Kannst ja Bioplastik nehmen. Ich kann nicht nachhaltig leben und mache mir da keinen Druck mehr. Es muss was von oben passieren. 4 von 5 Autos müssen runter von der Straße. Da nutzt es auch nix, Plastik zu reduzieren. Isso! 🙁 Kein Fleisch essen ist schon mal gut. Meine Silberfischtherapie hilft mir. Silberfische aussetzen im Bad. Dann ärgerst du dich nicht mehr über kleine Dinge.
    Bei mir sind die von selbst da. Aber vielleicht hilft es als Übung.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Der Biomüll aus der Biotonne wird zum Großteil kompostiert, was nachhaltiger ist als die Verbrennung, weil das CO2 (und die ganzen Nährstoffe) wieder in die Erde zurückgeführt werden und nicht in der Atmosphäre landet. Außerdem geht uns auf der Erde der fruchtbare Boden aus, sodass wir es uns eigentlich gar nicht leisten können, Kompost zu verbrennen. Teilweise words trotzdem gemacht.
      Bin froh, dass wir ab Herbst eine Wohnung mit Biotonne haben. Das macht bei uns auch die Hälfte vom Restmüll aus.

      Liebe Grüße, Marisa

      • Hallo Tanja & Marisa,

        bisher bin ich auch immer davon ausgegangen, dass der Inhalt der Biotonne nicht verbrannt, sondern kompostiert wird. Gerade wegen der wertvollen Inhaltstoffe macht es doch überhaupt keinen Sinn Biomüll einfach zu verbrennen?! Genau wie bei Marisa macht nämlich der Biomüll bei uns mindestens 50% des gesamten Haushaltsmülls aus, danach kommen Papier und Glas und zum Schluss erst der eigentliche Restmüll, also Verpackungen usw.

        Liebe Grüße, Svenja

  10. Hallo,
    Ich lese euch auch und mit anhaltender Begeisterung. Also bloß nicht gefrustet sein. Ich denke, selbst wenn man nur eine Handvoll Leute inspiriert, die dann ihrerseits wieder eine Handvoll inspirieren usw. kann das ungeahnte Effekte haben.
    Was den Plastikwahn angeht: da der nächste Bioladen schon aus Entfernungsgründen bei mir Landei für regelmäßige Einkäufe leider nicht in Frage kommt, hab ichs im ordinären Dorf-Supermarkt probiert und siehe da: Null Probleme, unverpacktes Obst und Gemüse zu kaufen. Man muss sich nur trauen. 🙂

    Punkt 9
    (9)… Freiheit in Deutschland leider immer noch über die Höhe deines Bankkontos bestimmt wird (und soziales Ansehen auch).
    würde ich gerne widersprechen.
    Freiheit hat meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht das Geringste mit Einkommen zu tun, aber sehr viel mit dem Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich um die Meinung der Peer-Group (die idR alles dran setzt, einen in den gewohnten vertrauten Bahnen zu halten) einfach nicht zu kümmern.
    Liebe Grüße

  11. Hallo apfelmaedchen,

    dein Text spricht mir in vielen Punkten aus der Seele (kein Garten, Plastikmüll, etc.). Auch die Bewältigungsstrategien kommen mir bekannt vor – zumindest die Versuche, mit ihnen die Probleme zu „bewältigen“. „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ – den Satz sage ich mir auch immer, immer wieder. Insbesondere seit ich zwei Kinder habe, denn seitdem gehen viele, viele Dinge nur noch in kleinen Schritten (nicht nur bildlich gesprochen ;-)). Aber inzwischen habe ich gelernt, dass es immer noch besser ist, wenn Dinge in kleinen Schritten passieren, als wenn gar nichts passiert. „Der Weg ist das Ziel.“ Ich glaube, dass trifft es…

    Liebe Grüße und weitermachen 😉

    Melanie

    • Hallo Melanie,

      vielen Dank für deinen Kommentar – du ahnst gar nicht, wie gut es tut, zu hören, dass es anderen ähnlich geht. Mir gefällt deine Beobachtung, dass selbst kleine Schritte besser sind als gar keine Veränderung – genau darum geht es hier auf dem Blog ja auch. Zu zeigen, dass viele kleine Schritte uns an das Ziel bringen.

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

      P.S.: Natürlich machen wir weiter – wir sind sozusagen gar nicht aufzuhalten 🙂

  12. Hallo Apfelmädchen,

    bei Punkt 1 und den Plastikverpackungen bei dm bin ich voll und ganz deiner Meinung. Ich hatte gleich darauf hin eine Mail an den Kundenservice geschrieben und auch eine Antwort enthalten. Diese besagt, dass sie nur ein Material verwenden möchten, da das besser zu recyclen ist als eine Papier-Plastik-Verpackung. Sie schreiben bei der alleinigen Verwendung von Recyclingpapier könnten in diesem Erdölrückstände vorhanden sein und auf Lebensmittel übergehen könnte und Papier auch keinen ausreichenden Schutz vor äußerlichen Einflüssen auf das Lebensmittel geben könne.
    Seufz.

    Vor einiger Zeit hatte ich auch mal an Alpro geschrieben, da die Kombi vegan&plastikfrei leben in Bezug aufs Einkaufen kaum machbar zu sein scheint, es sei denn man lebt in einer Großstadt oder stellt vieles selbst her. Ich hatte angefragt, ob es nicht machbar sei, Produkte in Glas-/Mehrwegbehältnissen anzubieten wie das auch bei Molkereiprodukten der Fall ist.
    Als Antwort wurde mir mitgeteilt, dass TetraPaks (für Sojadrink&Co, dieBeschichtung sei frei von Weichmachern) verwendet würden, damit die Verpackung auf dem Transportweg möglichst wenig beschädigt wird und mir wurde mitgeteilt, dass diese auch von der EU-Kommision als „beste Wahl
    für die Umwelt“ (Zitat) angesehen würden.
    Bei Joghurtbechern werde bereits durch die Papierbanderole einiges an Plastik eingespart und die Verpackung sei zu 100% recyclebar und sie versuchten, möglichst wenig Plastik einzusetzen.
    Seufz.

    Was das Thema fair&nachhaltig bei Kleidung angeht… schwierig. Regionale Fertigung hat meist bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Transportwege, weniger Schadstoffe als in den typischen Herstellungsländern mit Billiglohn etc. Wenn wir alle nur noch regional gefertigte Kleidung kaufen würden, würde in diesen Ländern, in denen die Textilherstellung manchmal die einzig wirkliche Arbeitsmöglichkeit für Frauen ist, um die Familie zu ernähren, die Wirtschaft zusammenbrechen und es gäbe kaum mehr Arbeitsplätze… Es bereitet einfach Kopfzerbrechen…

    Ich für mich habe hier einen Second-Hand-Laden für mich entdeckt, in dem ich bislang alles finden konnte, was ich „neu“ benötigte. Passt richtig gut, muss nicht eingetragen werden (gerade bei Jeans ist das echt super!), Schadstoffe ausgewaschen (ich hab da recht empfindliche Haut), und es färbt auch nix beim Waschen aus. Vielleicht ist das ja eine Alternative für den ein oder anderen
    (ich gestehe: ich gehöre übrigens zu denjenigen, die man früher mit dem Gedanken, mal gebrauchte Kleidung zu kaufen und zu tragen hätte jagen können 😉

    Liebe Grüße,
    wölfchen

  13. Toller Beitrag!! Ich kann dich aber in vielen Punkten verstehen. Vieles nervt einfach auch, weil man einfach bewusster über manches nachdenkt wie andere (wie eben mit dem Beispiel, warum alles in Plastik verpackt wird). Ich bin mir sicher, dass den meisten die vielen Plastikverpackungen noch nicht einmal auffallen 😉
    LG

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